23 May 2010

Maike sucht ein Zuhause


Ich wohne in einer Dreier-WG sehr, sehr dicht an meinen Institut und nah an Downtown Princeton. Hier ist eine Karte von Princeton, in die ich nach und nach die wichtigsten Orte eintragen werde. "Downtown Princeton" ist als Ironie zu verstehen, auch wenn die Einwohner hier es durchaus ernst meinen. Dafür, dass es so berühmt ist, ist Princeton sehr, sehr klein.

Meine Mitwohnis sind Paula aus Spanien, die ein Übersetzungsbüro in Madrid hat und einige Monate hier als Urlaub/Weiterbildung verbringt und Eric, ein Undergraduate Student, der sich mitten im Studium eine Auszeit genommen hatte, jetzt wieder studiert, und dessen Mitstudis inzwischen alle graduiert und Princeton verlassen haben. Wie wohnen in einem Apartment mit 3 Zimmern, Küche und Bad, der Rest des Hauses ist nicht Bestandteil des vermieteten Apartments. Die Küche ist ok, das Bad ziemlich klein und wir zahlen jeder knapp 1000 $ pro Monat.

Eric ist selten da und wenn, dann schläft er. Mit Paula trinke ich ab und zu mal ein Bierchen oder Weinchen und sie erzählt mir von ihren crazy Freunden. Sie hat in kurzer Zeit schon unglaublich viele Leute hier kennengelernt, die sie zum Segeln um Manhattan herum mitgenommen haben, zu Kostümparties einladen, und ständig irgendwo Lunch, Coffee, Dinner oder Drinks mit ihr haben wollen. Manchmal gehe ich mit. Falls jemand eine gute Idee für eine Kostümparty mit dem Motto "Cartoons" hat (für mich), nur heraus damit!

Jedenfalls muss Paula Ende aus Visumsgründen zurück nach Spanien, Eric verlässt uns schon Ende Mai und mir fehlt ein Wohnzimmer und ein bisschen mehr Wohnqualität, so dass ich ein Zimmer suche. Nach einigen Besichtigungen konnte ich feststellen, dass die Menschen in den WGs eigentlich immer sehr nett sind, aber sich bis auf eine Ausnahme nicht sonderlich um die Sauberkeit in den Gemeinschaftsräumen kümmern. Wer hätte das gedacht? Ein extremes Beispiel: Ein Professor der Woodrow Wilson School (berühmtes Institut an der Uni Princeton im Bereich Economy) besitzt ein großes, wunderschönes Haus mit großem, gepflegten Garten und trotzdem sehr zentral. Er und seine Frau untervermieten mehrere Zimmer und die Miete ist erstaunlich niedrig. Ich betrete das Haus, but what a mess!! Der Eingang erfolgt durch die Küche des Professorenehepaars, die man nur erahnen kann, da sich auf allen Ablageflächen und auf dem Fussboden Bücher, Videos, Küchenutensilien und Lebensmittel stapeln. In der Ecke liegt etwas, was a) Katzenfutter, b) Katzenklo oder c) Rattenexkremente sein könnte. So riecht es übrigens auch. Die steile Treppe zu den untervermieteten Räumen ist lebensgefährlich und mit einem flauschigen (und rutschigen) Teppich lose bedeckt. Die Schlafzimmer sind ok. Die untervermietete "Küche" besteht aus einer dunklen Ecke unter einer Dachschräge mit zwei versifften Kochplatten, ein paar Kühlschränken, und alles ist pekig.

Wie sagt man einem netten Studenten, der einem sein Heim zeigt, dass er einem ja sympathisch ist, man seine Wohnung aber leider widerlich findet?

1 comment:

  1. Huhu Maike!
    Schön daß Du einen Blog schreibst und uns so auf dem Laufenden hälst. Als Fan von Karten aller Art finde ich Deine Google Map natürlich spitzenmäßig. Schade daß das Ausspionierauto von Google noch nicht in Jens und Deiner Nachbarschaft herumgekurvt ist.
    Zum Thema Sauberkeit der Wohnungen: Ich fand den Zustand mancher Häuser/Wohnungen damals auch bemerkenswert schlecht. Zum Glück hatten wir eine saubere Wohnung gefunden, wo auch alles im guten Zustand war. Ich bin zwar noch nicht so weit herumgekommen in der Welt, aber ich vermute, daß die Deutschen im Allgemeinen viel Wert auf eine saubere und gut eingerichtete Behausung legen - deutsche "gemutlichkeit" halt! :)

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