2 November 2010

Hälloween

Was machen eigentlich die großen Amerikaner an Halloween? Und ich meine nicht diejenigen großen Amerikaner, die ihre kleinen Amerikaner zum "Trick-or-Treat" begleiten. Sondern diejenigen, die mit dem Candy an der Tür warten. Ich habe keine Ahnung. Genausowenig wie alle anderen, mit denen ich den Abend des 31.10. verbringen wollte. Da waren nämlich nur Spanier, Franzosen, Australier und Deutsche involviert, aber nach einem kleinen Brainstorming bastelten wir uns folgendes Programm zusammen.

Vorbereitung:
a. sehr viel Candy kaufen
b. auf den letzten Drücker etwas kostümähnliches und Kürbisse kaufen

Durchführung:
c. "verkleiden"
d. auf Kinder warten und dabei
e. Kürbis schnitzen
f. Bier trinken
g. Candy vorkosten
h. Kürbissuppe kochen

Obwohl der Plan durchdacht war, haperte es schon an b., dem Kauf der Kostüme, denn auf den letzten Drücker ist erstaunlicherweise die Auswahl doch recht begrenzt, so dass wir uns auf den Kauf von Perücken beschränkten. Das sah in meinem Fall sehr hübsch aus (lange, blonde Locken, hach...), und im Falle von Jens und seinen Mitwohnis (blaue/violette Bobs, die allerdings eher wie Prinz-Eisenherz-Frisuren wirkten) so besorgniserregend, dass wir sie die Tür nicht alleine öffnen ließen. Zum Glück hatten wir noch eine Alibi-Hexe in unserer Runde, die ordentlich halloweenmäßig aufgemacht war.

Hier ein Foto von mir - neben einer blauhaarigen Schönheit, welche nicht erkannt werden möchte:



Von meinen Kollegen hörte ich heute, dass ihnen an Halloween abends so gut wie keine Kinder begegnet waren. Das wundert mich nicht, denn alle Kinder aus Princeton sowie Großraum Princeton liefen in Jens' Straße auf und ab, um Candy einzusacken. Ich denke, über 100 Kids klingelten an der Tür. Manche mehrmals. Die wenigsten wollten leider fotografiert werden, so dass ich Beispiele hier nur beschreibenderweise bringen kann. Very cute war ein kleiner, etwa 5-jähriger UPS-Mann, der eine passende Uniform mit Mütze trug und anstatt einer Tüte oder eines Korbs für die Süßigkeiten einen kleinen UPS-Pappkarton trug. Es kamen einige Supermarios und Luigis vorbei, ein paar kleine Bienen und ein kleiner Einstein, der aber gar nicht Einstein sein wollte, sondern ein Mad Scientist (verrückter Wissenschaftler). Das hat uns natürlich besonders gut gefallen, aber auf meine Ansage, dass wir hier alle Mad Scientists seien, reagierte er eher verwirrt. Aber ich vermute, diesen Witz wird er später noch öfter gehört haben.

Die Programmpunkte Kürbisschnitzen, Biertrinken und Candy vorkosten waren allesamt ein voller Erfolg. Von meinem letzten USA-Besuch vor über 10 Jahren hatte ich das Kürbismassaker etwas chaotischer in Erinnerung, aber mit Jens' Expertise am Messer hielt sich die Sauerei in Grenzen. Und die Suppe war sicherlich sehr gut, nach den ganzen Süßigkeiten ließ sich das nur schwer feststellen, aber die Gäste verlangten höflich Nachschlag.

Die Post

Ich mag die amerikanische Post. An den unmöglichsten Orten gibt es kleine United States Postal Service Offices, das höchstgelegene übrigens auf dem Mount Washington in New Hampshire. Meistens sind die Postoffices in kleinen, niedlichen Postgebäuden, wie auch hier in Princeton:



Und in den kleinen, niedlichen Postoffices arbeiten kleine, niedliche Postbeamte. Jedenfalls sind sie äußerst hilfsbereit. Wer sich wundert, weil er/sie von mir schon einmal Post mit "Happy birthday" und "I love you"-Stempel bekommen hat: Das war das Werk des Postbeamten. Den hatte auch die Schlange hinter mir nicht gestört. Leider werde ich ihnen in Zukunft nicht mehr so häufig begegnen, da ich bei meinem letzten Besuch bei der Post darüber aufgeklärt wurde, wie ich die beschränkten Öffnungszeiten umgehen und nach der Arbeit oder mitten in der Nacht meine Karten, Briefe und Päckchen verschicken kann.

Das Postoffice ist nämlich rund um die Uhr zugänglich, nur kann mir außerhalb der "Öffnungszeiten" niemand sagen, wieviel Porto ich brauche. Außerdem ist der Ständer mit einigen Produkten wie z.B. den bunten Luftpolsterbriefumschlägen mit einer Plane zugehängt. Der nette Postbeamte erklärte mir aber, dass ich mir trotzdem alles nehmen könnte, was ich bräuchte. Hinten steht der Preis drauf, ich sollte mir einfach am Automaten eine Briefmarke mit dem entsprechenden Wert kaufen und diese dann unter dem Schalter-Fenster durchschieben. Ebenso den Durchschlag mit der Zollerklärung. Das Päckchen kann man am Automaten wiegen, in einer Liste, die dort bereitliegt, nachschlagen, wieviel Porto man braucht, Briefmarken ausdrucken, aufkleben, Päckchen einwerfen.

Und weil es so gemütlich ist, verbringt dort auch ab und an mal ein Obdachloser die Nacht - die Postler stört das nicht.
Und wenn man mir bei der Arbeit nicht meine Kaffeetasse geklaut hätte, würde ich behaupten, Princeton sei der sicherste Ort der Welt.

Gewonnen!

Es ist mir eine große Freude, verkünden zu dürfen, dass wir eine glückliche Gewinnerin haben, die die exakte Zahl getippt hat. Auf ein großartiges Überraschungspaket aus Amerika - und dabei handelt es sich nicht um an Halloween übriggebliebene Süßigkeiten - darf sich KRISTINA freuen. Sie hat 67 Bohnen geschätzt. Herzlichen Glückwunsch!!



Für alle anderen, die übrigens überraschend knapp daneben lagen, bleibt als Trost nur die Vorfreude auf das nächste Gewinnspiel.