17 September 2010

Portland, Maine

Portland in Maine ist eine hübsche Hafenstadt, die wir leider nur im Dunkeln besichtigen konnten, denn wir hatten ja keine Zeit. Die mutmaßlichen Vorzüge von Portland werden aber von nun an leider immer von der Tatsache in den Hintergrund gerückt, dass in Portland unser Auto abgeschleppt wurde.

Zunächst wussten wir aber nur, dass es nicht mehr dort ist, wo wir es am Abend vorher abgestellt hatten. Das ist schon wichtig zu erwähnen, da das Auto, welches wir beim letzten Roadtrip verloren hatten, einfach in einem anderen Parkhaus stand - wer weiß, wie auch immer es dort hingekommen war... In diesem Fall waren wir uns aber sehr sicher. Ich kletterte also auf den nächsten Berg, um mir einen Überblick zu verschaffen.



Das half zwar nicht beim Autofinden, aber wenigsten können meine Leser nun erstens meine braunen Füße und zweitens meine durchtrainierten Oberarme bewundern. Jens fragte also den Dunkin Donuts Manager, wo denn die kleinen Autos hinkommen, wenn sie sich nachts auf seinem Parkplatz rumtreiben. Der gab ihm eine Telefonnummer, die nahmen wir mit zum Hotel, wo wir die Nacht verbracht hatten und wo uns genau dieser Parkplatz ans Herz gelegt worden war. Der Hotel Manager war außer sich, dass zum einen die hoteleigenen Parkplätze alle belegt waren, und zum anderen uns einer seiner Mitarbeiter geraten haben soll, bei Dunkin Donuts zu parken.

Hier sei vielleicht mal zwischendurch angemerkt, dass Dunkin Donuts eine amerikanische Fastfood-Kette ist, die auf Berliner (Pfannkuchen, Prillecken, Schmalzgebackenes,...) mit Loch in der Mitte spezialisiert ist. Es gibt auch einige Filialen in deutschen Großstädten. Zur Anschaulichkeit habe ich mal ein Foto aus dem Internet geklaut und werde es hier unerlaubterweise verwenden:



Zurück zum Hotelmanager. Er kümmerte sich rührend um uns, entschuldigte sich immer wieder, rief mehrere Abschleppfirmen an, bis das Auto gefunden war, organisierte ein wenig Bargeld (nehmen die keine Kreditkarte???) und fuhr mit Jens zum Abschleppparkplatz, um das Auto abzuholen. Dort wurde Jens seltsamerweise nur alleine auf den Parkplatz gelassen, um den Wagen zu identifizieren und auf Schäden zu prüfen. Es war aber alles in Ordnung, der Hotelmanager zahlte die 70 Dollar, und mit einer Stunde Verspätung konnten wir aufbrechen.

Insgesamt eine amüsante und lehrreiche Geschichte, und vielleicht sollte ich sie hier enden lassen.

Aber nach etwa 20 min Fahrt kündigte sich eine Mautstraße an und ich suchte nach den Dollars, die wir in der Mittellehne für diesen Anlass bereitgelegt hatten. Etwa 25 Dollar waren verschwunden, und ich begann mir einzureden, sie vielleicht geistesabwesend eingesteckt zu haben, als Benny bemerkte, dass seine Tüte mit neuen Outdoor-Klamotten verschwunden war.

Der feine Herr Abschleppheini war also geschickt genug, das Auto aufzubrechen, fast ohne Spuren zu hinterlassen - Jens bemerkte im Nachhinein, dass die Handbremse unnatürlich fest angezogen war, und bei der Auswahl des Diebesgut so geschickt vorzugehen, dass wir es erst zu spät merkten. Er ließ uns meine neuen Klamotten (Danke!!), eine kleine Digitalkamera und ein paar alte Schuhe, so dass wir nicht auf die Idee kamen, alles zu kontrollieren. Ärgerlich und nicht beweisbar.

Sehr. Lehrreich.


Nachtrag: Nachdem wir schon längst wieder zu Hause waren, bekam ich eine Mail von Anna, mit der ich mal zur Schule gegangen war. Wir waren damals nicht unbedingt befreundet und alles, was ich über sie wusste, war, dass sie vor einigen Jahren nach Amerika geheiratet hatte. Sie möchte dankenswerterweise unser zehnjähriges Abi-Jubiläum nächstes Jahr (*schluck*) in Uelzen organisieren, und ich sagte ihr provisorisch ab, da die Anreise doch zu weit wäre. Sie wurde neugierig, als ich erwähnte, ich wohnte in New Jersey und lud mich ein, sie dochmal in MAINE zu besuchen.

Genauer: In Portland.

15 September 2010

Von Maine nach Massachusetts

Die Route 1 verläuft die gesamte Ostküste entlang und erlaubt einem deutlich schönere Ausblicke auf die Küste als die schnelleren Interstate Highways. Manchmal begegnet man hier neben unzähligen Fastfood Geschäften auch Originellem (großklickbar):



Zur Erläuterung (das Foto wäre sicherlich besser geworden, wenn ich mich auf den Highway gestellt hätte, aber nun ja...): Die Anwohner dieser Straße besitzen mehrere Briefkästen. Unten im Bild jene für normale Post und Zeitungen. Deutlich höher ist ein Briefkasten mit der Ausschrift "Bills", also Rechnungen, schwach zu erkennen. Noch höher ist natürlich der Briefkasten für die Luftpost angebracht. Offensichtlich hat dieses Kunstwerk der Straße den entsprechenden Namen eingebracht. Oder andersherum?

Maine ist sehr schön und es war ein wenig schade, dass unsere Zeit zu begrenzt war, um Maine die gebührende Aufmerksamkeit zu würdigen.



Uns blieb nur eine Nacht in Portland, die wir im überraschend günstigen und überraschend guten Hotel St.Johns Inn verbrachten.



Nicht so gut war, dass am nächsten Tag unser Auto verschwunden war, aber dazu später mehr, ich gehe jetzt zum Dinner :-)

Maine

Es ist ja ein bisschen gemein, sich mit dem Ausblick auf ein Cliff Climbing zu verabschieden und dann mehrere Tage nichts von sich hören zu lassen (Liebe Eltern, es tut mir leid!)... aber es erhöht auch die Spannung erheblich, nicht wahr? Ich weiß, dass es einige unter euch gar nicht abwarten können, bis ein neuer Blogeintrag veröffentlicht wird (na gut, ich weiß von einer Person, auf die das zutrifft - und von drei anderen, dass sie mit dem Lesen noch im Juni sind: hey, soviel schreib ich doch gar nicht, und es sind doch auch immer bunte Bilder dabei!)

Ich bin heile alle Kliffs herunter- und wieder heraufgekommen, obwohl ich beim letzten Aufstieg so meine Zweifel hatte, ob die Kraft noch reicht. Mein Instructor war zwar sicherlich recht kräftig, aber auch deutlich leichter als ich, und am Kliff klammernd suchte ich schonmal eine Route zum nächsten Strand, wo er mich dann im Misserfolgsfall aufsammeln würde. Dank meines Kraftsports (nicht wahr, Annika?) war das dann aber gar nicht nötig. Ein paar Bildchen:





Das kleine Grüne mit dem schlechtsitzendem Helm bin übrigens ich. Mein Instructor Pete (good-looking fellow btw, google "Pete Fasoldt"!) sagte, ich hätte "one of those heads"... was auch immer das bedeuten mag. Wie auf dem nächsten Bild zu erkennen ist, war ich auch nicht durchgehend zum Scherzen aufgelegt.





Aber nachdem die kritische Stelle überwunden war, war alles wieder gut.





Neben netten Kliffs hatte die Insel auch noch mehr für uns. Ein Häuschen:



Und eine dramatische Küste bei Nebel:

7 September 2010

White Mountains in New Hampshire

In New Hampshire buchten wir uns recht guenstig ein Cottage auf einem Campingplatz in North Woodstock, mitten in den White Mountains. Abends ging es ins Brauhaus und am naechsten Tag auf einen Berg, den Hedgehog, wieder runter und wieder ins Brauhaus. Am naechsten Morgen verliessen wir New Hampshire auch schon wieder, aber nicht, ohne zuvor mit unserm Jeep auf den Mount Washington raufzufahren, den hoechsten Berg der White Mountains, eine steile Angelegenheit und durchaus nichts fuer Menschen mit Hoehenangst - mir war auch ein wenig mulmig. Waehrend unten angenehmes T-Shirt-Wetter herrschte waren es oben etwa 6 C - hier wurde wohl auch die hoechste Windgeschwindigkeit gemessen, die jemals gemessen wurde.



Wieder unten machten wir uns dann auf den Weg nach Osten, Richtung Maine. Dabei passierten wir das Hotel, in welchem "The Shining" spielt - es wirkte deutlich weniger gruselig als im Film. Abends fanden wir wieder ein guenstiges Cottage auf Mount Desert Island, einer Insel in Maine mit einem beruehmten Nationalpark drauf, dem Acadia National Park. Hier sitze ich nun im groessten Ort der Insel, Bar Harbor, in einem Cafe und warte darauf, demnachst irgendwelche Cliffs hoch- und runterzukraxeln. Die Jungs zogen es vor, mit dem Radl die Insel zu erkunden. Morgen gibts dann coole Kletterbilder!

6 September 2010

Von Vermont nach New Hampshire

Die Nacht im Hostel war kurz, da die Waffeleisen ab 6:30 Uhr piependerweise im Dauerbetrieb, und die Ohrenstoepsel irgendwann in der Nacht abhanden gekommen waren. Aber eine Dusche mit wenig und dafuer kaltem Wasser machte auch wach, und Waffeln mit dem beruehmten Vermonter Ahornsirup entschaedigen mich fuer einiges!



Wir besichtigten Burlington, ein huebsches Staedtchen am Lake Champlain in Vermont, bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen 25 C.



In der Stadt gab es einen netten Bauernmarkt und einen originellen Troubadour, eine Menge Althippies, Alternative und dicke Kinder:




Nachmittags verliessen wir dann Vermont und machten uns nach New Hampshire auf, dem Bundesstaat mit dem Motto: Live free or die...

4 September 2010

Roadtrip Reroaded

Ich befinde mich gerade in einem Hostel ohne Tueren in Burlington, Vermont, und das kam so: Unser letzter Roadtrip ist ja nun schon ueber 4 Monate her. Es wurde Zeit, auch den Norden zu erkunden, und heute Mittag gings los. Dem eigentlichen Plan, an der Kueste entlang zu fahren, machte Hurricane Earl einen Strich durch die Rechnung, so dass wir relativ planlos erstmal nach Norden ins Landesinnere starteten. Mit geschlossenen Augen zeigte der Finger auf Burlington, Vermont, und nach etwa 7 Stunden Autofahrt kamen wir gegen 23 Uhr in unserm Hostel an. Zwischendurch gab es noch Dinner in einem Restaurant am See mit grossartigem Sonnenuntergang und einem sehr ordentlichen 3-Gaenge-Menu fuer $15 (inklusive Bier). Das ist richtig billig. Der junge Mann, der sich beim Essen um uns kuemmerte, war auch sehr nett (anzuschauen) und troestete (mich) ueber den Rest der Gesellschaft (2 Familien und 36 Tische mit Rentnern) hinweg.

Nun beginnt hier demnaechst der Indian Summer, zudem ist dies Wochenende ein langes, daher waren die Hotelpreise entsprechend hoch. Wir, jugendlich und wild, wie man uns kennt, buchten daher spontan ein Hostel. Fuer sehr wenig Geld trafen wir auf eine saubere, loftaehnliche Anlage mitten im Stadtzentrum. Alle Raeume sind durch Vorhaenge voneinander abgetrennt, nur die Toiletten haben Tueren, trotzdem ist es nicht laut hier. Morgen frueh muss nur einer von uns um 8 aufstehen und die Parkuhr fuettern - dann gibts hier Waffeln und Kaffee zum Fruehstueck, einen halben Tag in Burlington (bitte keine Sockenwitze in den Kommentaren, das ist ein anderes Burlington, glaube ich), und anschliessend noch 2 Stuendchen Autofahrt in die White Mountains, wo dann Wandern angesagt ist. Moeglicherweise gibts dann mehr Text hier und vielleicht sogar Bilder!