17 February 2011

Inkscape

Da die Zeichnungen in meinem Poster so bewundert wurden, möchte ich an dieser Stelle Werbung für die Software Inkscape machen. Mit Inkscape kann man Vektorgrafiken erzeugen, die im Gegensatz zu Pixelgrafiken beliebig vergrößert werden können. Inkscape ist kostenlos und sehr gut dokumentiert. Meiner Meinung nach ist Inkscape deutlich leichter anzuwenden als Corel Draw oder Gimp. Hier sind ein paar Links, der erste für die absoluten Grundlagen. Dafür muss man sich mal zwei Stunden Zeit nehmen, aber der Aufwand lohnt sich. Die anderen beiden Links führen zu verschiedenen Beispielen mit Anleitungen.

Inkscape Tutorial Grundlagen

35 kurze Anleitungen

Inkscape Tutorials Blog

Und hier sind ein paar einfache Bildchen, die ich mal für diverse Vorträge gemalt habe:













16 February 2011

Kommentieren für Dummies

Ich schreibe den Blog, ihr kommentiert. So sind die Regeln.

Es gibt ja einige fleißige Kommentierer unter meinen Lesern. Besonders möchte ich da den Erich und die Kat hervorheben, die sich durch kontinuierliche Mitarbeit auszeichnen. Viele Leser jedoch kommentieren aus verschiedenen Gründen nicht, über die ich mir so meine Gedanken gemacht habe. Eure Sorgen sind teilweise berechtigt und natürlich werde ich sie ernst nehmen und einzeln darauf eingehen:

a) Internet-Paranoia: "Wenn ich was ins Internet schreibe, wird mir mein Online-Bankkonto leergeräumt und mein Facebook-Konto gelöscht."

Meine Antwort: Nein, da kann ich euch beruhigen, das stimmt nicht, und wenn, dann nur für einen guten Zweck.


b) Unkreativität: "Ich habe nichts Gescheites zu sagen."

Meine Antwort: Hey, ich doch auch nicht, und ich schreib einen Blog!


c) Technische Schwierigkeiten: "Mein Computer ist verstellt."

Meine Antwort: Es kann sehr gut sein, dass euer Computer verstellt ist. Da kann ich leider nicht helfen, sondern nur raten, einen neuen Computer anzuschaffen. Falls dies aber eine Ausrede ist, und ihr einfach nur nicht mit der überaus benutzerfreundlichen Kommentier-Oberfläche von Blogger zurechtkommt, gibt es hier die Anleitung:

Unter jedem Artikel gibt es den Link zu den Kommentaren.


Da raufklickern und es öffnet sich das Kommentarfenster.


Jetzt euren Senf dazugeben und unten drunter "Namen/URL" auswählen.


Es öffnet sich ein Fenster, in das ihr einen (z.B. euren) Namen eingeben könnt. Das URL-Feld kann leer bleiben. Auf "Weiter" klickern, damit schließt sich dieses Fenster wieder.


Jetzt ist der Kommentar im Kommentar-Fenster und darunter der angegebene Name zu sehen. Nun auf "Kommentar veröffentlichen" klickern.


Fertig.

15 February 2011

100 Kommentare

Es gibt einen Preis für den 100. Kommentar. Die glückliche Gewinnerin ist: Ich selbst! Ich werde mich heute abend mit einem Bier belohnen. Beim aktuellen Kommentiertempo ist allerdings der 200. Kommentar absehbar - auch hier winkt ein toller Preis! Passend zum Thema: Morgen gibt es einen Beitrag zum erfolgreichen Kommentieren.

14 February 2011

Poster-Post

Offensichtlich trauen mir alle Neun, die an der Abstimmung teilgenommen haben, zu, 30 Tage lang täglich etwas zu erzählen zu haben. Das ist schwieriger als gedacht, aber da noch immer täglich Leute meinen Blog besuchen, nutze ich das mal schamlos aus und berichte, womit ich mich heute so beschäftigt habe (großklickbar):



Ich weiß, dass man nicht alles lesen kann, und ich arbeite noch daran, die Origin-Graphen besser einzubinden. Ich freue mich aber trotzdem über konstruktive Kritik, denn dies ist seltsamerweise mein erstes Poster.

[Edit] Hier ist die neuere Version - Kritik ist erwünscht:



[Edit] Wer sieht die vier Unterschiede zur letzten Version?

13 February 2011

Lazy Sunday

Skifahren mit Michael ist sehr entspannt, da er ein Spielkind ist und lieber Videos dreht, als sich die vereisten schwarzen Pisten runterzuquälen:



Und da mir schon unterstellt wurde, beim 30-Tage Test zu schummeln, als ich vor wenigen Tagen nur mein Februar-Kalenderblatt abfotografiert habe, versichere ich hiermit, dass das Einstellen eines Videos genausoviel Zeit gekostet hat wie das Schreiben eines langen Artikels!

Skifahren

Schon zum zweiten Mal dies Jahr ging es heute in die Pocono Mountains zum Skifahren. Die Engineering School hatte diesen Trip zum Schnaeppchenpreis organisiert: $30 (ca. 23 Euronen) fuer Busfahrt, Skipass und $10 Futtergutschein. Ein dummer Zufall wollte es jedoch, dass ich gestern den neuen Fitnesskurs mit dem vielversprechenden Namen "Willpower and Grace" aussprobiert hatte, eine recht anstrengende Aneinanderreihung von Kniebeugen in allen Variationen und Huepfen. Das Skifahren ging super:



Aber zurueck in Princeton bin ich fast nicht mehr aus dem Bus gekommen, und beim nach Hause Radeln wollten die Beine nicht mehr so richtig. Morgen bleibe ich im Bett.

11 February 2011

Introducing...

... my new roommate, Sally!

Sie ist großartig - nicht nur zahlt sie die Miete, nein, sie geht auch mit mir in die übelste Spelunke in Princeton - welche sich zufälligerweise in unser unmittelbaren Nachbarschaft befindet - und singt Karaoke.

Hier: It's Oh So Quiet von Björk:



Ich verspreche hiermit, ein Foto von meinem ersten Karaoke-Auftritt zu veröffentlichen - sobald er stattgefunden hat.

10 February 2011

9 February 2011

Ein guter Arbeitstag

In den letzten 24 Stunden sind drei gute Dinge im Zusammenhang mit meiner Arbeit passiert, die für mich einen guten Arbeitstag ausmachen:

1. Ich war gestern abend Rock-Climbing mit Leuten meiner Arbeitsgruppe - das hat Spaß gemacht, ich hab Postdoc Romain angefixt und wir werden wieder hingehen. Nächste Woche werde ich eine Prüfung ablegen, und dann darf ich auch andere Leute sichern - bin schon ganz aufgeregt!

2. Hab meinen Boss im Lab erwischt, wie er eine Messung machen wollte. Das ist noch nie vorgekommen. Ich habe ihm gesagt, das nächste Mal solle er mir einfach die Probe geben, und dann messe ich sie vernünftig.

3. Ich habe mit meinen beiden Studenten zusammen die Handschuhbox repariert. Ein Ventil war kaputt, und mein genialer Lösungsvorschlag war, es einfach gegen ein heiles auszutauschen, welches etwas weniger wichtig ist und nicht täglich verwendet wird. Meine Aufgabe als Verantwortliche für Laborsicherheit erforderte dann, mich neben den Barhocker zu stellen, auf dem mein Student stand, um die Ventile auseinander zu nehmen, um ihn im Fall des Falls aufzufangen. Außerdem konnte ich ihn überzeugen den Strom abzustellen, bevor er mit der Elektronik spielte. Dies war eine gute Teambildungsübung.

8 February 2011

Achtung Chemie-Quiz

Ich hab in den letzten Monaten ein bisschen Chemie gemacht und beim Schreiben eines Reports eine kleine Theorie über mein Material entwickelt. Als ich diese beim letzten Gruppentreffen vorstellte, war mein Boss hoch interessiert und sprach schon von Papern, die wir darüber veröffentlichen werden. Um meine Theorie zu beweisen, bedarf es nun einiger Experimente, die ich mir noch nicht überlegt hatte. Er schlug mir also vor, doch mal mit einem Chemiker darüber zu sprechen. Ich habe ihn dann zur Belustigung aller anderen in meiner Gruppe daran erinnern müssen, dass ich Chemikerin sei. Nichtsdestotrotz schadet es aber sicherlich nicht, mal mit anderen Chemikern zu sprechen.

Heute gibt es also ein Spiel, ein CHEMIE-QUIZ. Für sachdienstliche Hinweise, die zur Annahme meines Papers führen, gibt es ein USA Care-Paket zu gewinnen (natürlich ohne amerikanische Schokolade - die ist scheiße - und auch keine Jelly-Beans mit Bacon Geschmack, die kommen anscheinend nicht so gut an).

Quiz:

Laut Literatur (Chern, G. C. & Lauks, I. Spin coated amorphous chalcogenide films: Structural characterization Journal of Applied Physics, AIP, 1983, 54, 2701-2705) entsteht beim Auflösen von Arsensulfid (As2S3) in n-Propylamin als Nebenprodukt Tris(n-propylamino)arsin, welches angeblich als Feststoff ausfällt - jedoch wurde es bisher nicht eindeutig nachgewiesen. Wenn ich Arsensulfid in n-Propylamin löse, sehe ich jedenfalls keinen Niederschlag.



1. Ist Tris(n-propylamino)arsin in n-Propylamin löslich? Begründe!

Ich vermute nun, dass das Arsin mit Feuchtigkeit in der Lösung - wenn vorhanden - zu Arsenoxid reagiert:



Das Arsenoxid fällt als weißer Niederschlag aus.
Ich vermute, dass, sobald kein Arsin mehr vorhanden ist, es wurscht ist, wieviel Wasser noch in der Lösung vorhanden ist oder zugegeben wird - es gibt keinen weiteren Niederschlag und der Arsengehalt der Lösung bleibt konstant.

2. Schlage ein Experiment vor, um letztere Vermutung zu beweisen.

Wenn einer Arsensulfid-Lösung Sauerstoff zugeführt wird, bildet sich Arsenoxid, welches als weißer Niederschlag ausfällt. Dieses passiert unter Wasser-Katalyse.



3. Schlage ein Experiment vor, um letztere Vermutung (Wasser-Katalyse) zu beweisen.


Ihr sollt natürlich NICHT meine Arbeit machen, aber ich wollte mal zeigen, womit ich mich gerade so beschäftige. Wer unbedingt will, kann natürlich trotzdem Vorschläge anbieten - das USA Care-Paket winkt!

7 February 2011

Superschüssel

Ich muss mich entschuldigen, denn ich werde nicht wie angekündigt über den Austern-Esswettbewerb berichten. Stattdessen über die Superbowl-Party, bei der ich gestern war.
Der Superbowl ist das finale American Football Spiel, welches jedes Jahr zwischen den zwei besten Profi-Teams ausgetragen wird. Es ist die wichtigste Sportveranstaltung in den USA, wobei aber nicht nur dem sportlichen Teil mit großer Erwartung entgegengesehen wird, sondern auch der Halbzeitshow und den Werbespots. Ein Werbespot während einer Superbowl-Werbeunterbrechung (und davon gibts es einige - etwa alle 10 min) kostet etwa 3 Mio. Dollar für 30 Sekunden. Alle Werbespots sind neu, und viele sind besonders originell.
Football ist recht unspannend, insbesondere wenn man die Regeln nicht kennt. Das gestrige Spiel war das dritte, das ich jemals gesehen habe, und ich denke, dass ich nun etwa 30 % des Regelwerks verinnerlicht habe. In der Halbzeitshow sind die Black Eyed Peas sowie weitere Gastkünstler (Slash, Usher) aufgetreten, aber ich hätte lieber die Kitty-Halftime Show gesehen, die den Puppy-Bowl unterbricht - eine Show, die zeitgleich mit dem Superbowl läuft und bei der Hundebabies in einem Modellstadion aufeinander losgelassen werden. Die Welpen kann man dann adoptieren.

Ich sah das Spiel bei einer Grad Student Party. Nun kennt man sich in fremden Ländern ja oft nicht so gut mit den Bräuchen bei Einladungen aus, also was man mitbringen oder anziehen soll. Dass ich mich selbst eingeladen hatte, verkomplizierte die Geschichte noch ein wenig. Ich entschied mich also für den sportlichen Look mit Adidas-Trainingsjacke, brachte einen Sechserträger Jever mit und bot dem Gastgeber an, beim Chili-Kochen zu helfen. Da er der amtierende Chili-Koch-Meister der Engineering School ist, dachte ich, ich könnte noch was lernen. Und so war es dann auch: Ein Gewinner-Chili enthält Schokolade - diese mildert die Schärfe beim ersten Kontakt, lässt es dafür länger "brennen":




Und da ich inzwischen lange genug in den USA lebe, war die zweite besondere Zutat für mich keine große Überraschung: Knusprig angebratener lecker Bacon.



Andere Gäste brachten Cupcakes, Brownies, Chicken-Teile, Meatballs, Tacos und Dipps, Bier, Wein und vieles mehr mit, so dass es unglaublich viel zu Essen gab. Meine Kleidung war angemessen. Es wurde recht voll und mit 20 Leuten in einem kleinen Wohnzimmer auch recht warm - insbesondere auf der Couch, die wir uns zu fünft teilten.

Was mich erstaunte, war, dass sich eigentlich niemand übermäßig für das Spiel interessierte.

6 February 2011

Opern und Austern


Gestern war ich in der Metropolitan Opera in New York City, Lincoln Center, suedwestliche Ecke vom Central Park. Es gab "Nixon in China", komponiert und dirigiert von John Adams, einem amerikanischen minimalistischen Komponisten. Obwohl ich meine Reisebegleitung Dave gebeten hatte, mir Minimalismus in der Musik zu erklaeren, kann ich seine komplexen Ausfuehrungen leider nicht wiedergeben. Neben gewissen Schwierigkeiten mit der englischen Sprache fehlt mir auch das Vokabular, um ueber Musik zu sprechen. In dem Stueck geht es um den Besuch des damals amtierenden amerikanischen Praesidenten Richard Nixon in China in den 70ern, der diplomatische Beziehungen zwischen China und den USA einleiten sollte. Warum man darueber eine Oper schreibt, ist mir immer noch nicht klar. Auch nicht, warum in dem Stueck keine Chinesen mitgespielt haben.

Der erste Akt war anstrengend - es fiel mir trotz Untertitel und Kenntnis sowohl der Story als auch der Musik schwer, den Dialogen zu folgen. Der zweite Akt war richtig gut. Viel Ballett, eine komoediantische Pat Nixon (Frau Praesident), und die Musik war einfacher anzuhoeren. Der dritte und letzte Akt war mir wieder ueberwiegend unverstaendlich, ausserdem lief das Stueck dann auch schon drei Stunden und ich wurde muede.

Insgesamt war es aber ein schoener Abend, denn ich wollte schon immer mal in die Metropolitan Opera, ich habe mich gut mit meiner Reisebegleitung unterhalten, und wir hatten Glueck mit dem Zug zurueck, so dass ich um 1.30 Uhr zu Haus war. Heute morgen bin ich dann Bier kaufen gegangen fuer die Superbowl-Party heute abend. Die Sonne scheint wie verrueckt, der Schnee schmilzt endlich so langsam, es fuehlt sich schon fast wie Fruehling an. Und vor meinem Lieblingsfischrestaurant um die Ecke gibt es einen Austern-Ess-Wettbewerb. Da gehe ich gleich nochmal hin und werde berichten.

5 February 2011

Andere Leute bloggen auch...

...und zwar richtig gut! Ich habe jetzt mal die wichtigsten Blogs verlinkt und möchte gerne ein paar warme Worte darüber loswerden. Der meiner Meinung nach unterhaltsamste Blog ist der "Bestatterweblog". Tom postet täglich mehrere Beiträge, darunter oft Geschichten aus seinem Alltag als Bestatter, oder Informationen über Bestattungen. Dieser Blog klärt auf und nimmt dem Thema Tod ein wenig seinen Schrecken. Vor allem Organisatorisches und Kostenfragen werden angesprochen. Was den Blog aber extrem unterhaltsam macht, sind die Geschichten über seltsame Kunden, Mitarbeiter und Mitbürger aus Toms Umfeld. Unbedingt mal reinschauen!

Der einzige andere deutschsprachige Blog, den ich verfolge, ist der "Behindertenparkplatz". Hier schreibt eine querschnittsgelähmte Journalistin über ihren Alltag im Rollstuhl, Barrierefreiheit, Reisen im Rollstuhl und einiges mehr.

Dann gibt es jede Menge Blogs von Wissenschaftler/Innen aus den USA. Dabei sticht besonders der Blog der "FemaleScienceProfessor" raus, die täglich über ihren Alltag als eine der wenigen Professorinnen in einer technischen Fakultät berichtet. Hier geht es im gemäßigten Ton um Ungleichbehandlung von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen, aber man bekommt auch einen Eindruck über den Arbeitsalltag einer Professorin an einer forschungsorientierten, amerikanischen Universität.

"BetterPosters" ist ein Blog, der sich mit dem Design von wissenschaftlichen Postern auseinandersetzt. Sehr hilfreich!

Wieder weg von der Wissenschaft bekommt man im Blog "Nothing for Ungood" einen guten Einblick auf die Perspektive eines in Deutschland lebenden Amerikaners. Dieser Blog wird leider nicht fortgesetzt, da der Autor wieder in die Staaten zurückgekehrt ist. Nun hat er aber einen neuen Blog begonnen, "And Good Is", der Deutschen das Verhalten der Amerikaner erklärt, zum Beispiel im Beitrag "American laws and lawsuits are not that ridiculous" - sehr aufschlussreich!

4 February 2011

30 Tage

Ich lese gerne Blogs. Zur Zeit verfolge ich etwa 20 Blogs und lese regelmäßig die neuen Beiträge. Das mag manchem als Zeitverschwendung vorkommen, aber ich finde es sehr praktisch, da ich sie auf meinem Smartphone lesen kann, wann immer ich auf jemanden warte. Zum Beispiel auf Jens, wenn wir zum Mittag gehen wollen und ich mal wieder zu früh dran bin. Oder auf meinen Boss, wann immer wir einen Termin haben.

Die meisten wirklich guten Blogs zeichnet aus, dass täglich neue Beiträge erscheinen. Da ich meinen Blog etwas vernachlässigt habe, starte ich heute einen 30-tägigen Versuch, täglich zu bloggen. Dies kann verschiedene Konsequenzen haben:

1) Ich blogge jeden Tag, was dazu führt, dass a) meine Banalitäten auch die letzten treuen Leser und Kommentatoren verscheuchen (Erich, halte durch!), oder b) meine Beiträge interessanter und besser werden.

2) Ich gebe auf halber Strecke auf, was mir sehr peinlich sein wird, und ich erwarte Schmähungen in den Kommentaren.

Um zu schauen, ob überhaupt noch jemand mitliest, starte ich hiermit eine Umfrage (links im Bild) - seid ehrlich, es ist anonym! Viel Spaß mit meinem Blog, ich werde mir alle Mühe geben, den Inhalt unterhaltsam zu gestalten.

20 January 2011

Amerikanische Trinkspiele und Nackedeis

Ich bin ja eigentlich noch recht jung, aber seit meinem letzten Geburtstag fühle ich mich der 30 so gefährlich nah, dass ich mir alt vorkomme. Nun gibt es ja bekanntlich drei Strategien, sein wahres Alter zu vertuschen: Sich jugendlich kleiden, die Falten mit Makeup verspachteln oder mit Studenten abhängen.

Die erste Strategie war leider nicht erfolgreich. Mein Student assoziierte meinen Look zwar mit der Schuluniform der Mädels in seiner katholischen Grundschule, aber jünger fühlte ich mich dadurch auch nicht.

Die zweite Strategie ist in meinem Fall noch nicht anwendbar, und so machte ich mich auf, ein paar Studenten kennenzulernen. Ehe ich mich versah, landete ich auf einer Spontan-Party eines Maschbau-Grad-Students (entspricht in etwa einem Doktoranden) in seinem Häuschen auf dem Campus. In einem Anfall von geistiger Umnachtung erwähnte ich, dass es für Amerikaner keinen Sinn ergibt, mit Deutschen Trinkspiele zu spielen. Diese Herausforderung, welche gar nicht als solche gemeint war, ich hab ja nur einen gemeingültigen Fakt ausgesprochen, wurde angenommen, und ich fand mich im Kreis stehend wieder, im Rhythmus zum Lied "Thunderstruck" von ACDC nickend, und reihum solange Bier trinkend, bis das Wort "Thunder" zum nächstenmal fiel. Das Wort fällt recht oft, so dass in den meisten Fällen nur ein kleiner Schluck abfällt, aber ab und zu kommt eine längere Passage zwischen den Donnerschlägen, und derjenige, auf den diese fällt, kann sich glücklich schätzen, wenn er ein Miller Lite (so eine Art Pils mit Kribbelwasser verdünnt) erwischt hat. Oder unglücklich - je nach persönlicher Zielvorgabe.

Dies Spiel verjüngte mich um gefühlte 2 Monate, während alle anderen anfingen, sich wie 22-Jährige zu verhalten. Es folgten weitere, recht anspruchsvolle Trinkspiele, während denen weitere Regeln erfunden wurden. Zum Beispiel durfte man nicht mehr "trinken" oder "Drink" sagen, stattdessen Squirrel (Eichhörnchen). Ich vermute, das ging gegen mich, da sich die Amis gerne über Deutsche lustig machen, weil sie das Wort "Squirrel" nicht vernünftig aussprechen können und sich beim Versuch regelmäßig die Zunge verknoten. Rachsüchtig wie ich bin, hab ich dann die ganze Partygesellschaft die Choreographie zum Fliegerlied ("Und ich flieg, flieg, flieg, wie ein Flieger...") mittanzen und mitsingen lassen. Ein bisschen Bewegung tat uns allen gut und machte uns noch mal 3 gefühlte Jahre jünger.

Die Studenten waren nun also zu jung, um Alkohol trinken zu dürfen, und dies führt ja bekanntlich zu verstärktem Alkoholkonsum ("binge drinking"). Einige unter euch kennen sicherlich das Spiel "Ich hab noch nie...". Dies gibt es hier auch, und es heißt "Never have I ever...". Klingt kompliziert, ist aber so. Grammatikalisch durchaus anspruchsvoll zu später Stunde.

Sehr beunruhigt war ich, als sich auf einmal alle männlichen Gäste bis auf die Unterhose auszogen und raus in den Schnee liefen - ich hatte verpasst, wie irgendwer irgendwen herausgefordert hatte. Zum Glück zogen sie sich danach wieder an. Dieser Gruppenzwang scheint hier sehr üblich zu sein und natürlich hab ich Fotos für euch geschossen - in großartiger Handy-Qualität (und wie immer großklickbar):




Zu guter Letzt wurde Chat-Roulette angeworfen. Ich kannte es vorher nicht, und liebe Eltern und Minderjährige, bitte lest hier nicht weiter!

Beim Chat-Roulette wird man übers Internet per Zufallsgenerator mit Menschen auf der ganzen Welt verbunden, und unterhält sich ("to chat") dann per Videotelefonie mit denen. Meistens wohl nur für wenige Sekunden. Wenn die doof sind, klickt man sie weg, und bekommt die nächste Person auf den Schirm. Man sollte meinen, dass man so ja eine Menge interessanter Leute kennenlernen kann. Die meisten, die da mitspielen, sind aber entweder betrunken, Freaks oder betrunkene Freaks. Wie mir berichtet wurde, zeigen Mitspielende gerne mal ihre Geschlechtsteile vor, und freuen sich sehr über Zuschauer. Es gibt angeblich sogar ein Trinkspiel, welches auf Chat-Roulette basiert, und wann immer man einen P*n*s zu Gesicht bekommt, darf/muss man trinken.

Bevor es aber soweit kam, habe ich schnell nochmal das Fliegerlied angeworfen und damit alle wieder aus dem Cyberspace ins richtige Leben zurückgeholt. Jung und beschwingt ging es dann nach Haus, aber am nächsten Morgen fühlte ich mich dann doch eher wie 30.

2 January 2011

Twenty Eleven

Liebe Leser,
ein neues Princeton Jahr ist angebrochen, und standesgemäß sind Jens und ich in der größten Stadt der Welt (?), in New York, reingerutscht. Der Jetlag legte uns nahe, am Silvesterabend doch lieber früh ins Bett zu gehen, aber dem widersetzten wir uns tapfer und stiegen aufgehübscht gegen 17 Uhr in den Zug gen New York. Diese Idee hatten auch noch andere, und wie mir berichtet wurde, verbringt wohl die halbe Bevölkerung New Jerseys den Jahreswechsel in New York City am Times Square. Man kennt das ja vielleicht aus dem Fernsehen, die riesigen Displays und die Discokugel, die um Mitternacht herunter schwebt.
Wir dachten uns, dass wir ja schon immer mal nach Brooklyn wollten, das ist angeblich wie Manhattan, nur günstiger. Und so fanden wir dort ein kleines italienisches Restaurant mit sehr guter Pizza und karierten Tischdecken. Anschließend liefen wir Richtung Brooklyn Bridge, immer sichergehend, dass wir nicht versehentlich in einem schlechten Viertel landen. Stattdessen fanden wir ein ziemlich cooles Viertel. Zwischen Brooklyn- und Manhattan-Bridge, in Brooklyn am East River gibt's nette Bars, und in einer von ihnen genehmigte ich mir eine Grapefruitsaftschorle und Jens ein Bier. Ein betrunkener Künstler unterhielt uns nett, und die Zeit bis Mitternacht verging wie im Flug. Der Barkeeper wollte für mein Getränk kein Geld haben, und ein Pint Bier kostete auch nur $5. Um Mitternacht spazierten wir dann über die Brooklyn Bridge, hatten einen großartigen Blick Richtung Freiheitsstatue und auf ein Feuerwerk über Staten Island. Auf der Brücke wurden Sektflaschen geköpft - die Polizei schützte ja die Mengen am Times Square und war daher beschäftigt - und auf der anderen Seite ging es dann zurück in die U-Bahn, zum Bahnhof und zurück nach Princeton. Heute wurden wir dann von ganz besonderen Neujahrswünschen überrascht und ich nehme mir mal die Freiheit, das Kunstwerk hier zu veröffentlichen. Danke liebe Braunschweiger!!



Ich wünsche allen ein großartiges 2011, für viele ein besonders spannendes Jahr!

10 December 2010

Monkeyballs

Gestern war ich feiern. Und heute bin ich etwas weniger motiviert bei der Arbeit als sonst. Möglicherweise besteht da ein kausaler Zusammenhang. Dies kommt aber nun den Bloglesern zugute.

Ich hatte mich für die MAE (Maschinenbau-Department) Holiday Party angemeldet, und dieser Satz bedarf wohl einiger Erklärung.

Mein Boss Craig Arnold ist Physiker, unsere Arbeitsgruppe gehört aber zum MAE. Die Doktoranden in der Gruppe sind überwiegend Maschbauer, ein paar E-Techniker und ein Materialwissenschaftler. Die anderen Postdocs sind ein Chemiker und ein Physiker, sind aber beide vom MAE eingestellt. Ich hingegen bin vom PRISM eingestellt, eine Art Forschungsinstitut für Materialwissenschaften, das mehreren Departments zugeordnet ist. Rein technisch bin ich daher nicht im MAE. Oder in irgendeinem anderen Department. Man kann das aber auch anders sehen, und sich einfach zu allen Holiday-Parties einladen. Montag ist PRISM Holiday Luncheon, nächsten Freitag ist E-Technik Holiday Party.

Holiday-Party: Die Amis drücken sich ja gerne politisch korrekt aus; und um bei der Party niemanden wegen seiner Religion auszuschließen, werden ganz religionsneutral die "Feiertage" im Allgemeinen gefeiert, also nicht nur Weihnachten, sondern auch Lichterfest, Hanukkah und was sonst noch so im Winter anfällt.

Jens war nicht da und ich hatte keine Ahnung, ob ich überhaupt jemanden dort kennen würde - ich hatte aber Hunger, Lunch war ausgefallen, und durchs Fenster sah ich die Bar und fand, dass man sich als junge Frau in Anwesenheit von Maschbau-Doktoranden und Bier nicht langweilen sollte. Ich fand auch ziemlich schnell Anschluss - einige meiner Kollegen und mein Chef waren da - mein Chef machte mir klar, dass ich dort rein technisch nichts zu suchen hätte, das Bier war kalt, das Essen auch, alles in allem eine angenehme Feier.

Richtig lustig wurde es dann nach der Feier - das übriggebliebene Bier und einige Weinflaschen, sowie ein Turkey machten ihren Weg zum Atrium, dem Gemeinschaftsraum der Engineering Doktoranden.



Und dort wurden dann die Reste vernichtet und über wichtige Engineering-Fragen diskutiert:
Wie konstruiere ich einen Feuerzangenbowlentopf inklusive Brenner und Feuerzange mit einfachsten Mitteln.
Wenn die "Awesomeness" von Doktorand Tyler proportional zur "Awesomeness" seines Doktorvaters Dick Miles ist, wie groß ist der Proportionalitätsfaktor (richtig, in Princeton lästert man nicht über seine Chefs, denn die sind im allgemeinen einfach großartig - ernsthaft!).
Welchen Namen sollten wir unserer Gruppe auf unserer neuen Homepage geben, unter der Vorgabe, dass ein schönes Akronym entsteht.



Als der Sprit alle war, fanden sich noch etwa 10 Leutchen (darunter erstaunlich viele Ladies), die in der DBar (Doktorandenbar im Doktoranden-Wohnheim) weiterfeiern wollten, und ein Bier und ein Wasser später machte ich mich auf den Heimweg - laut Google Maps 1,5 Meilen und 31 Minuten. Ach so, für diejenigen, die das für unsere Arbeitsgruppe gefundene Akronym nicht lustig finden, weil sie mit der amerikanischen Umgangssprache nicht vertraut sind:
balls pl. [vulg.] -- die Eier Pl. [vulg.]

2 November 2010

Hälloween

Was machen eigentlich die großen Amerikaner an Halloween? Und ich meine nicht diejenigen großen Amerikaner, die ihre kleinen Amerikaner zum "Trick-or-Treat" begleiten. Sondern diejenigen, die mit dem Candy an der Tür warten. Ich habe keine Ahnung. Genausowenig wie alle anderen, mit denen ich den Abend des 31.10. verbringen wollte. Da waren nämlich nur Spanier, Franzosen, Australier und Deutsche involviert, aber nach einem kleinen Brainstorming bastelten wir uns folgendes Programm zusammen.

Vorbereitung:
a. sehr viel Candy kaufen
b. auf den letzten Drücker etwas kostümähnliches und Kürbisse kaufen

Durchführung:
c. "verkleiden"
d. auf Kinder warten und dabei
e. Kürbis schnitzen
f. Bier trinken
g. Candy vorkosten
h. Kürbissuppe kochen

Obwohl der Plan durchdacht war, haperte es schon an b., dem Kauf der Kostüme, denn auf den letzten Drücker ist erstaunlicherweise die Auswahl doch recht begrenzt, so dass wir uns auf den Kauf von Perücken beschränkten. Das sah in meinem Fall sehr hübsch aus (lange, blonde Locken, hach...), und im Falle von Jens und seinen Mitwohnis (blaue/violette Bobs, die allerdings eher wie Prinz-Eisenherz-Frisuren wirkten) so besorgniserregend, dass wir sie die Tür nicht alleine öffnen ließen. Zum Glück hatten wir noch eine Alibi-Hexe in unserer Runde, die ordentlich halloweenmäßig aufgemacht war.

Hier ein Foto von mir - neben einer blauhaarigen Schönheit, welche nicht erkannt werden möchte:



Von meinen Kollegen hörte ich heute, dass ihnen an Halloween abends so gut wie keine Kinder begegnet waren. Das wundert mich nicht, denn alle Kinder aus Princeton sowie Großraum Princeton liefen in Jens' Straße auf und ab, um Candy einzusacken. Ich denke, über 100 Kids klingelten an der Tür. Manche mehrmals. Die wenigsten wollten leider fotografiert werden, so dass ich Beispiele hier nur beschreibenderweise bringen kann. Very cute war ein kleiner, etwa 5-jähriger UPS-Mann, der eine passende Uniform mit Mütze trug und anstatt einer Tüte oder eines Korbs für die Süßigkeiten einen kleinen UPS-Pappkarton trug. Es kamen einige Supermarios und Luigis vorbei, ein paar kleine Bienen und ein kleiner Einstein, der aber gar nicht Einstein sein wollte, sondern ein Mad Scientist (verrückter Wissenschaftler). Das hat uns natürlich besonders gut gefallen, aber auf meine Ansage, dass wir hier alle Mad Scientists seien, reagierte er eher verwirrt. Aber ich vermute, diesen Witz wird er später noch öfter gehört haben.

Die Programmpunkte Kürbisschnitzen, Biertrinken und Candy vorkosten waren allesamt ein voller Erfolg. Von meinem letzten USA-Besuch vor über 10 Jahren hatte ich das Kürbismassaker etwas chaotischer in Erinnerung, aber mit Jens' Expertise am Messer hielt sich die Sauerei in Grenzen. Und die Suppe war sicherlich sehr gut, nach den ganzen Süßigkeiten ließ sich das nur schwer feststellen, aber die Gäste verlangten höflich Nachschlag.

Die Post

Ich mag die amerikanische Post. An den unmöglichsten Orten gibt es kleine United States Postal Service Offices, das höchstgelegene übrigens auf dem Mount Washington in New Hampshire. Meistens sind die Postoffices in kleinen, niedlichen Postgebäuden, wie auch hier in Princeton:



Und in den kleinen, niedlichen Postoffices arbeiten kleine, niedliche Postbeamte. Jedenfalls sind sie äußerst hilfsbereit. Wer sich wundert, weil er/sie von mir schon einmal Post mit "Happy birthday" und "I love you"-Stempel bekommen hat: Das war das Werk des Postbeamten. Den hatte auch die Schlange hinter mir nicht gestört. Leider werde ich ihnen in Zukunft nicht mehr so häufig begegnen, da ich bei meinem letzten Besuch bei der Post darüber aufgeklärt wurde, wie ich die beschränkten Öffnungszeiten umgehen und nach der Arbeit oder mitten in der Nacht meine Karten, Briefe und Päckchen verschicken kann.

Das Postoffice ist nämlich rund um die Uhr zugänglich, nur kann mir außerhalb der "Öffnungszeiten" niemand sagen, wieviel Porto ich brauche. Außerdem ist der Ständer mit einigen Produkten wie z.B. den bunten Luftpolsterbriefumschlägen mit einer Plane zugehängt. Der nette Postbeamte erklärte mir aber, dass ich mir trotzdem alles nehmen könnte, was ich bräuchte. Hinten steht der Preis drauf, ich sollte mir einfach am Automaten eine Briefmarke mit dem entsprechenden Wert kaufen und diese dann unter dem Schalter-Fenster durchschieben. Ebenso den Durchschlag mit der Zollerklärung. Das Päckchen kann man am Automaten wiegen, in einer Liste, die dort bereitliegt, nachschlagen, wieviel Porto man braucht, Briefmarken ausdrucken, aufkleben, Päckchen einwerfen.

Und weil es so gemütlich ist, verbringt dort auch ab und an mal ein Obdachloser die Nacht - die Postler stört das nicht.
Und wenn man mir bei der Arbeit nicht meine Kaffeetasse geklaut hätte, würde ich behaupten, Princeton sei der sicherste Ort der Welt.

Gewonnen!

Es ist mir eine große Freude, verkünden zu dürfen, dass wir eine glückliche Gewinnerin haben, die die exakte Zahl getippt hat. Auf ein großartiges Überraschungspaket aus Amerika - und dabei handelt es sich nicht um an Halloween übriggebliebene Süßigkeiten - darf sich KRISTINA freuen. Sie hat 67 Bohnen geschätzt. Herzlichen Glückwunsch!!



Für alle anderen, die übrigens überraschend knapp daneben lagen, bleibt als Trost nur die Vorfreude auf das nächste Gewinnspiel.