19 March 2011
Angekommen
Es ist jetzt 1:21 Uhr Ortszeit in San Francisco, also 4:21 Uhr Princeton-Zeit, und ich liege frisch geduscht in meinem 4-Bett-Zimmer. Neben mir schnarcht es leise und ich bin gar nicht muede. Die Reise hierher hat gut geklappt, ausser, dass ich am Flughafen erstmal in den falschen Zug eingestiegen bin. Aber ich war nicht die einzige, und so hab ich Jeff aus Colorado kennengelernt, der hier Spring-Break macht, und mit dem ich demnaechst mal einen Kaffee trinken gehen werde. Morgen ist ziellos durch die Stadt Laufen geplant, und abends gehts dann auf einen Pub-Crawl (Kneipentour). Der erste Eindruck von SF ist jedenfalls schonmal gut!
17 March 2011
SF, ich komme!
Morgen geht's los nach San Francisco! Ich werde dort eine Woche verbringen, um zu Entspannen, Lesen, durch die Stadt schlendern und über die Zukunft und die Gesamtsituation nachdenken. Von den sieben Tagen wird es laut Wetterbericht 2 Tage lang regnen und 5 Tage lang schauern. Aber das ist mir schnuppe, ich freu mich!
Surprise
Im Grunde mag ich es nicht besonders, Anrufe zu verpassen. Da ich nicht oft angerufen werde, handelt es sich bei den wenigen Anrufen oft um Arbeit, Organisatorisches, Dringliches und wenig Vergnuegliches. Daher war ich etwas besorgt, als ich heute Morgen nach dem Sport drei Anrufe in Abwesenheit auf meinem Mobiltelefon fand.
Aber nein, es gab keinen Grund zur Sorge, im Gegenteil. Der Daniel wollte nur mal Bescheid sagen, dass er zufaellig in der Naehe ist und gerne auf einen Sprung in Princeton vorbeikommen wuerde. Nice!! So habe ich den Vormittag mit ihm und zwei seiner Kollegen, Brad und Sang verbracht, eine kleine Campus- und Stadtfuehrung gegeben, und mich dann zum Lunch einladen lassen. So stelle ich mir einen Arbeitstag vor!
Ein lustiges Detail am Rande: Mit Daniel und seinen Kollegen hatte ich vormittags drei Vakuumpumpenspezialisten im Haus, waehrend ich am Nachmittag zusammen mit meinen Studenten ueber Stunden versuchte, eine Pumpe in unserm Labor zu reparieren.
Danke, Daniel, fuer den netten Besuch, und komm bald mal wieder!
Aber nein, es gab keinen Grund zur Sorge, im Gegenteil. Der Daniel wollte nur mal Bescheid sagen, dass er zufaellig in der Naehe ist und gerne auf einen Sprung in Princeton vorbeikommen wuerde. Nice!! So habe ich den Vormittag mit ihm und zwei seiner Kollegen, Brad und Sang verbracht, eine kleine Campus- und Stadtfuehrung gegeben, und mich dann zum Lunch einladen lassen. So stelle ich mir einen Arbeitstag vor!
Ein lustiges Detail am Rande: Mit Daniel und seinen Kollegen hatte ich vormittags drei Vakuumpumpenspezialisten im Haus, waehrend ich am Nachmittag zusammen mit meinen Studenten ueber Stunden versuchte, eine Pumpe in unserm Labor zu reparieren.
Danke, Daniel, fuer den netten Besuch, und komm bald mal wieder!
15 March 2011
Multikulti
Ich habe ja immer die Internationalität in Princeton gelobt. Und dabei ging es mir nicht um die vielen Amerikaner, die hier herumlaufen. Zu Beginn hatte ich ja ueberwiegend mit Europaeern zu tun, Schweizern, Spaniern, Deutschen, Franzosen. Inzwischen kenne ich Australier, Estonier, Birmesen, Chinesen, Koreaner, Taiwanesen, Brasilianer, Mexikaner, Haitianer, Kanadier, Griechen, Inder, Japaner, Portugiesen, Oesterreicher, Schweden, Norweger, Bahrainer, Pakistani, Amerikaner, Israeli, Suedafrikaner, Aethiopier, ... Von den rund 200 Laendern, die es so gibt auf der Erde, habe ich also etwa ueber 14% ein wenig näher kennengelernt, indem ich mit Eingeborenen gesprochen habe. Vermutlich waren es mehr.
Aber Smalltalk mit Fremden zu halten, heisst ja nicht, dass man Fremden gegenueber aufgeschlossen ist. Zumindest ist mir aufgefallen, dass ich so meine Schwierigkeiten mit besonders fremden Kulturen, wie z. B. China, habe. Ich wusste einfach nicht, über was ich mit Chinesen reden sollte, so dass es immer ein wenig gezwungen und anstrengend war. Dazu kam natürlich auch das Verständigungsproblem durch deutschen Akzent vs. chinesischen Akzent.
Umso mehr war ich dann aber erfreut, als ich vor einigen Tagen abends ausgegangen war und mich am Tisch, an dem ich mich gerade exzellent unterhielt, in Gesellschaft von ausschließlich Chinesen (und einem Taiwanesen) wiederfand, dies mir aber erst nach Stunden bewusst wurde. Die sind nämlich gar nicht so anders. Und ich bin vermutlich inzwischen ein Teil der internationalen Gemeinschaft geworden.
Aber Smalltalk mit Fremden zu halten, heisst ja nicht, dass man Fremden gegenueber aufgeschlossen ist. Zumindest ist mir aufgefallen, dass ich so meine Schwierigkeiten mit besonders fremden Kulturen, wie z. B. China, habe. Ich wusste einfach nicht, über was ich mit Chinesen reden sollte, so dass es immer ein wenig gezwungen und anstrengend war. Dazu kam natürlich auch das Verständigungsproblem durch deutschen Akzent vs. chinesischen Akzent.
Umso mehr war ich dann aber erfreut, als ich vor einigen Tagen abends ausgegangen war und mich am Tisch, an dem ich mich gerade exzellent unterhielt, in Gesellschaft von ausschließlich Chinesen (und einem Taiwanesen) wiederfand, dies mir aber erst nach Stunden bewusst wurde. Die sind nämlich gar nicht so anders. Und ich bin vermutlich inzwischen ein Teil der internationalen Gemeinschaft geworden.
14 March 2011
Hoher Besuch
Diese Woche ist NSF site visit. Die NSF ist die National Science Foundation, also das amerikanische Äquivalent zur Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Die NSF sind die Geldgeber für das Projekt (MIRTHE), auf dem ich hier arbeite. Sie zahlen zwar (noch) nicht mein Gehalt (das macht der DAAD), aber alle anderen Ausgaben im Zusammenhang mit meiner Forschung hier. Die schicken also einmal im Jahr paar Leutchen, um zu schauen, ob wir auch schöne Forschung mit ihrem Geld machen. Dann gibt es Laborführungen, Posterpräsentationen und ganz viel FREE FOOD. Unser Job ist es, uns aufzuhübschen und einen guten Eindruck zu machen.
Zu diesem Anlass möchte ich mein finales Poster vorstellen:
Zu diesem Anlass möchte ich mein finales Poster vorstellen:
11 March 2011
10 March 2011
Special Task
Leider habe ich es gestern wegen einer Unpässlichkeit meinerseits versäumt, zu posten. Stattdessen habe ich den halben Tag damit verbracht, mich auf den neuesten Stand bei Dr. House zu bringen und ein wenig Schlaf nachzuholen.
Als ich mich dann am späten Nachmittag doch entschlossen hatte, zur Arbeit zu gehen, überforderte mich mein Chef mit einer speziellen Aufgabe, für die selbst der (rechtmäßige) Erwerb eines Doktortitels nicht ausreichend erschien. Aber ich bin ja hier, um zu lernen, und bei erfolgreichem Abschluss dieses Projekts springt sicherlich ein weiterer wertvoller Eintrag für den Lebenslauf heraus.
Ich soll die Doktorparty morgen für meine Kollegin Shanshan organisieren. Dies führte zu ausgedehnten Diskussionen mit drei weiteren Kollegen sowie weiteren, unbeteiligten Doktoranden, die zufällig in der Nähe waren, über Form, Farbe und Aufschrift des Kuchens, Art und Anzahl der zu organisierenden Cookies, Inventur der Sektvorräte, Design und Beschriftung von Glückwunschkarten. Vermutlich zog sich die Diskussion aber auch künstlich in die Länge, weil das Thema plötzlich zu deutschen Autos abdriftete. Ich erinnere mich nicht, wie das passieren konnte. Seltsam.
Nun ist der Kuchen bestellt (Marmor mit Schokoladencremefüllung und Schokoladen-Fudge-Frosting sowie Luftballon-Dekoration in blau, gelb und rot), Cookies und Karte wurden gekauft, ich habe einen Fahrer bestellt, um den Kuchen morgen früh abzuholen, Chinesen wurden organisiert, die sich um die Aufschrift kümmern, und nachher geht es in den Liquor-Store, um Sekt zu kaufen, sowie zu den Kollegen, zum Karte unterschreiben. Damit ist ein weiterer Arbeitstag dahin. Aber ich bin positiv überrascht und hocherfreut über das Vertrauen meines Chefs.
Als ich mich dann am späten Nachmittag doch entschlossen hatte, zur Arbeit zu gehen, überforderte mich mein Chef mit einer speziellen Aufgabe, für die selbst der (rechtmäßige) Erwerb eines Doktortitels nicht ausreichend erschien. Aber ich bin ja hier, um zu lernen, und bei erfolgreichem Abschluss dieses Projekts springt sicherlich ein weiterer wertvoller Eintrag für den Lebenslauf heraus.
Ich soll die Doktorparty morgen für meine Kollegin Shanshan organisieren. Dies führte zu ausgedehnten Diskussionen mit drei weiteren Kollegen sowie weiteren, unbeteiligten Doktoranden, die zufällig in der Nähe waren, über Form, Farbe und Aufschrift des Kuchens, Art und Anzahl der zu organisierenden Cookies, Inventur der Sektvorräte, Design und Beschriftung von Glückwunschkarten. Vermutlich zog sich die Diskussion aber auch künstlich in die Länge, weil das Thema plötzlich zu deutschen Autos abdriftete. Ich erinnere mich nicht, wie das passieren konnte. Seltsam.
Nun ist der Kuchen bestellt (Marmor mit Schokoladencremefüllung und Schokoladen-Fudge-Frosting sowie Luftballon-Dekoration in blau, gelb und rot), Cookies und Karte wurden gekauft, ich habe einen Fahrer bestellt, um den Kuchen morgen früh abzuholen, Chinesen wurden organisiert, die sich um die Aufschrift kümmern, und nachher geht es in den Liquor-Store, um Sekt zu kaufen, sowie zu den Kollegen, zum Karte unterschreiben. Damit ist ein weiterer Arbeitstag dahin. Aber ich bin positiv überrascht und hocherfreut über das Vertrauen meines Chefs.
7 March 2011
Ein neuer 30 Tage Test
Meine Bilanz aus Blogger-Perspektive: Täglich zu bloggen macht mehr Spaß als zweimal im Monat zu bloggen. Die Auswirkungen auf die Qualität der Inhalte kann ich nicht objektiv beurteilen, aber ich habe gefühlt mehr Kommentare bekommen. Täglich zu bloggen ist auch deutlich einfacher, es baut sich kein Gewissensdruck auf ("oje, ich muss mal wieder bloggen, worüber soll ich nur schreiben?"), man gewöhnt sich daran, öfter mal ein Foto zu machen, oder sich Ideen für Beiträge zu notieren. Der 30 Tage Test war also aus meiner Sicht ein Erfolg.
Hier ist eine Auswahl an neuen Projekten, die ich gerne ausprobieren möchte:
a) Mathe lernen in 30 Tagen. Ich vermute, wenn ich mich täglich jeweils mit ein bis zwei Kapiteln aus meinem Mathebuch beschäftige, sollte ich es in 30 Tagen durchgearbeitet haben. Es ist sicherlich sinnvoller, es in einem Stück zu lernen, anstatt alle paar Monate mal reinzuschauen.
b) 30 Tage lang 3 l Wasser trinken. Meine Pilates-Trainerin gibt uns Hausaufgaben. Zum Beispiel, Wasser zu trinken. Als Wissenschaftlerin interessiert mich der Effekt auf Hautbild, Appetit und allgemeines Befinden. Ich würde zwar nur einen Datenpunkt erzeugen, aber interessant wäre es trotzdem. Hier ist ein pseudowissenschaftlicher Artikel über die positiven Auswirkungen von ausreichender Wasseraufnahme. Dagegen spricht allerdings, dass das Wasser in Princeton möglicherweise nicht den (deutschen) Qualitätsansprüchen genügt, was Schwermetallgehalte angeht.
c) 30 Tage lang täglich bloggen. Hmm, hatten wir schon. Ich versuche, dabei zu bleiben, aber der 30 Tage Test ist definitiv vorbei.
d) 30 Tage lang früh aufstehen. Ich dachte da so an 6:15 Uhr, weil das die Zeit ist, zu der mein Wecker klingelt, wenn ich zum Frühsport gehe. Ich erhoffe mir von diesem Experiment, dass es mir am Ende leichter fällt, früh aufzustehen, ich somit mehr schaffe, und nicht mehr große Teile des Wochenendes verschlafe.
e) Ich wollte noch irgendwas Sportliches einfügen, wie zum Beispiel 30 Tage lang täglich Sport zu machen, aber das erscheint mir schwierig umzusetzen. Oder 30 Tage lang täglich 50 Sit-Ups oder Liegestützen oder diese Übung durchzuführen, die mir wirklich schwer fällt. Ich halte dies aber für unrealistisch. Dieses Sportprojekt ist noch unausgereift und muss warten.
f) Der Vorschlag, jeden Tag etwas Neues zu machen, ist interessant, aber etwas vage. Da kann man sich entweder leicht rauswinden ("Ich bin noch nie in meinem Büro dreimal hintereinander in die Luft gesprungen"), oder es erfordert einige Kreativität und Planung, wenn man es wirklich ernsthaft durchführt. Zu kompliziert.
g) Und schließlich: 30 Tage täglich 15 min meditieren. Ich habe mich ein wenig in das Thema eingelesen und erhoffe mir von der Übung unter anderem einen etwas klareren Kopf, also bessere Konzentrationsfähigkeit. Es gibt allerdings zahlreiche weitere positive Auswirkungen, welche größtenteils nicht objektiv nachweisbar sind. Ein 30 Tage Test sollte aber zumindest einen subjektiven Eindruck vermitteln.
Ihr dürft mehrere Antworten auswählen, und das neue Projekt wird am 26.März starten, wenn ich aus meinem Kalifornien-Urlaub nach Haus komme. Nun dürft ihr abstimmen!
Hier ist eine Auswahl an neuen Projekten, die ich gerne ausprobieren möchte:
a) Mathe lernen in 30 Tagen. Ich vermute, wenn ich mich täglich jeweils mit ein bis zwei Kapiteln aus meinem Mathebuch beschäftige, sollte ich es in 30 Tagen durchgearbeitet haben. Es ist sicherlich sinnvoller, es in einem Stück zu lernen, anstatt alle paar Monate mal reinzuschauen.
b) 30 Tage lang 3 l Wasser trinken. Meine Pilates-Trainerin gibt uns Hausaufgaben. Zum Beispiel, Wasser zu trinken. Als Wissenschaftlerin interessiert mich der Effekt auf Hautbild, Appetit und allgemeines Befinden. Ich würde zwar nur einen Datenpunkt erzeugen, aber interessant wäre es trotzdem. Hier ist ein pseudowissenschaftlicher Artikel über die positiven Auswirkungen von ausreichender Wasseraufnahme. Dagegen spricht allerdings, dass das Wasser in Princeton möglicherweise nicht den (deutschen) Qualitätsansprüchen genügt, was Schwermetallgehalte angeht.
c) 30 Tage lang täglich bloggen. Hmm, hatten wir schon. Ich versuche, dabei zu bleiben, aber der 30 Tage Test ist definitiv vorbei.
d) 30 Tage lang früh aufstehen. Ich dachte da so an 6:15 Uhr, weil das die Zeit ist, zu der mein Wecker klingelt, wenn ich zum Frühsport gehe. Ich erhoffe mir von diesem Experiment, dass es mir am Ende leichter fällt, früh aufzustehen, ich somit mehr schaffe, und nicht mehr große Teile des Wochenendes verschlafe.
e) Ich wollte noch irgendwas Sportliches einfügen, wie zum Beispiel 30 Tage lang täglich Sport zu machen, aber das erscheint mir schwierig umzusetzen. Oder 30 Tage lang täglich 50 Sit-Ups oder Liegestützen oder diese Übung durchzuführen, die mir wirklich schwer fällt. Ich halte dies aber für unrealistisch. Dieses Sportprojekt ist noch unausgereift und muss warten.
f) Der Vorschlag, jeden Tag etwas Neues zu machen, ist interessant, aber etwas vage. Da kann man sich entweder leicht rauswinden ("Ich bin noch nie in meinem Büro dreimal hintereinander in die Luft gesprungen"), oder es erfordert einige Kreativität und Planung, wenn man es wirklich ernsthaft durchführt. Zu kompliziert.
g) Und schließlich: 30 Tage täglich 15 min meditieren. Ich habe mich ein wenig in das Thema eingelesen und erhoffe mir von der Übung unter anderem einen etwas klareren Kopf, also bessere Konzentrationsfähigkeit. Es gibt allerdings zahlreiche weitere positive Auswirkungen, welche größtenteils nicht objektiv nachweisbar sind. Ein 30 Tage Test sollte aber zumindest einen subjektiven Eindruck vermitteln.
Ihr dürft mehrere Antworten auswählen, und das neue Projekt wird am 26.März starten, wenn ich aus meinem Kalifornien-Urlaub nach Haus komme. Nun dürft ihr abstimmen!
Eine kulinarische Spezialität aus Pennsylvania
30 Tage sind geschafft!
Eine Bilanz zum 30-taegigen Blogtest gibt es ein andernmal. Zunaechst erstmal die versprochenen Bilder vom Wochenende. Ich war mit (amerikanischen!) Freunden in einem sehr kleinen Ort am Lake Ontario. James und Mike wollten an einem Skirennen teilnehmen, wir anderen nur chillen. Die Fahrt dorthin war ereignisarm, das Rennen ein wenig von Regen getruebt, aber das Bier im Anschluss vorm Kamin in einem Ferienhaus direkt am See sehr gut. Hier ein Foto von meinem Zimmer:

Der Ort ist so klein, dass die Haeuser keine Briefkaesten haben und stattdessen die Post in einem Miniatur-Postoffice abgeholt werden muss:

Ueber Nacht gab es dann noch ein bisschen Schnee:


Daher war die Heimfahrt etwas unangenehm. Die Strassen waren matschig, der Schnee reduzierte die Sicht, und die wenigsten Amerikaner haben Winterreifen. Dafuer fahren sie aber mit 100 -110 km/h zu schnell. In den ersten zwei Stunden der Heimfahrt sahen wir 4 Autos, die von der Strasse abgekommen und boese gecrasht waren, eins davon lag auf dem Dach. Ich fuehlte mich mit James' Fahrweise relativ sicher, bis uns auf der Autobahn ein Auto anfuhr. Das war etwas erschreckend, aber beide Autos schafften es ziemlich kontrolliert zum Standstreifen. Der andere Fahrer war aus seiner Spur in unser Auto gerutscht und hatte uns gestreift. Lackschaden. Deutlich gruseliger war es, als der Fahrer des anderen Autos bei starkem Verkehr auf die Autobahn sprang, um Fotos vom Schaden zu machen. Er stand wohl unter Schock.
Wir konnten bald weiter, mussten nur alle 20 min anhalten, um das Eis aus den Wischerblaettern zu entfernen, um ueberhaupt was zu sehen. Die Amis halten uebrigens auch nicht soviel davon, am Auto Licht anzumachen, um die Sichtbarkeit zu erhoehen.
Als wir den Schnee hinter uns hatten und ich am Steuer sass, gab es dann ueber Stunden erst Regen und dann abwechselnd Starkregen und sintflutartigen Regen. Das faehrt sich uebrigens auch nicht schoen.
Aber der Trip war gut und hey, ich hab die Heimfahrt ueberlebt!
Der Ort ist so klein, dass die Haeuser keine Briefkaesten haben und stattdessen die Post in einem Miniatur-Postoffice abgeholt werden muss:
Ueber Nacht gab es dann noch ein bisschen Schnee:
Daher war die Heimfahrt etwas unangenehm. Die Strassen waren matschig, der Schnee reduzierte die Sicht, und die wenigsten Amerikaner haben Winterreifen. Dafuer fahren sie aber mit 100 -110 km/h zu schnell. In den ersten zwei Stunden der Heimfahrt sahen wir 4 Autos, die von der Strasse abgekommen und boese gecrasht waren, eins davon lag auf dem Dach. Ich fuehlte mich mit James' Fahrweise relativ sicher, bis uns auf der Autobahn ein Auto anfuhr. Das war etwas erschreckend, aber beide Autos schafften es ziemlich kontrolliert zum Standstreifen. Der andere Fahrer war aus seiner Spur in unser Auto gerutscht und hatte uns gestreift. Lackschaden. Deutlich gruseliger war es, als der Fahrer des anderen Autos bei starkem Verkehr auf die Autobahn sprang, um Fotos vom Schaden zu machen. Er stand wohl unter Schock.
Wir konnten bald weiter, mussten nur alle 20 min anhalten, um das Eis aus den Wischerblaettern zu entfernen, um ueberhaupt was zu sehen. Die Amis halten uebrigens auch nicht soviel davon, am Auto Licht anzumachen, um die Sichtbarkeit zu erhoehen.
Als wir den Schnee hinter uns hatten und ich am Steuer sass, gab es dann ueber Stunden erst Regen und dann abwechselnd Starkregen und sintflutartigen Regen. Das faehrt sich uebrigens auch nicht schoen.
Aber der Trip war gut und hey, ich hab die Heimfahrt ueberlebt!
5 March 2011
Chill-Faktor
Der Lake Ontario ist teilweise zugefroren, seit heute Nacht regnet es ununterbrochen, und Mike, James, Molly und ich haengen in einem gemuetlichen Ferienhaus mit Seeblick vorm Kamin ab, trinken Bier, spielen Poker, spielen mit dem Hund und chillen. Soo entspannend :) Ich wuensche allen Karnevalisten ganz viel Spass, und ich denke, der beste Weg, diesen Irrsinn zu ueberstehen, ist voll einzusteigen und mitzumachen!
Henderson Harbor
Nach 5:40 h angekommen in Henderson Harbor - leider hab ich keinen Computer zur Hand. Mehr Infos (und hoffentlich Fotos!) gibts morgen.
3 March 2011
Tag 28
Ob man meinen 30-Tage Versuch jetzt als gescheitert oder erfolgreich betrachten mag, ändert nichts an der Tatsache, dass er sich dem Ende nähert. Am Wochenende werde ich im Staat New York unterwegs sein, und zwar am Lake Ontario:
Größere Kartenansicht
Ihr könnt euch also auf neue Schneefotos freuen. Wir können ja alle nicht genug bekommen vom Winter, nicht wahr?
Nun wird es also Zeit für ein neues 30-Tage Projekt, und ihr dürft mitentscheiden! Im Moment sammle ich noch Ideen und würde mich sehr über Anregungen oder konkrete Vorschläge in den Kommentaren oder per E-Mail freuen! In den nächsten Tagen wird es dann eine Abstmmung geben, und egal, für welches Projekt ihr euch entscheidet, ich werde hier über den Fortschritt berichten.
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Ihr könnt euch also auf neue Schneefotos freuen. Wir können ja alle nicht genug bekommen vom Winter, nicht wahr?
Nun wird es also Zeit für ein neues 30-Tage Projekt, und ihr dürft mitentscheiden! Im Moment sammle ich noch Ideen und würde mich sehr über Anregungen oder konkrete Vorschläge in den Kommentaren oder per E-Mail freuen! In den nächsten Tagen wird es dann eine Abstmmung geben, und egal, für welches Projekt ihr euch entscheidet, ich werde hier über den Fortschritt berichten.
2 March 2011
1 March 2011
Weiterbildung
Die Postdoc-Zeit sollte man nutzen, um sich weiterzubilden. Das ist aber nicht auf Fachliches beschränkt, im Gegenteil, und das hätte ich nicht erwartet.
Neben der Vertiefung und Verbreiterung meines Fachwissens und meiner experimentellen Erfahrung merke ich, dass mein Aufenthalt mich im Wesentlichen persönlich weiterbringt. Hier sind die Dinge, die ich in den letzten 10 Monaten (kennen-)gelernt habe:
Ich habe schon berichtet, dass ich das Laufen ausprobiert habe. Ich bin noch immer nicht so recht überzeugt, aber alleine die nette Umgebung in Princeton, der häufige Sonnenschein und der Ausblick aus meinem Bürofenster auf die vielen Läufer (mit knackigen Beinen und Hintern und freiem Oberkörper), die die Prospect Avenue entlangrennen, lassen mich doch häufig an meine schicken Laufschuhe im Schrank und meine schmissige Laufmusik denken. Sobald es wieder etwas länger hell ist, werde ich definitiv weitere Versuche wagen. Des weiteren habe ich mir Oberarmmuskeln erarbeitet, ein paar extrem alberne Sportkurse (Zumba, Bodyattack, Willpower&Grace) ausprobiert, und versuche mich jetzt im Pilates (gääähn), (Swing-)Tanzen und Squash, für das ich dauerhaft eine Squash-Partnerin gefunden habe. Das Gute an Squash ist übrigens, dass es sehr einfach ist, aber sehr anstrengend sein kann.
Andere Dinge, die mich hier weiterbilden, sind ein extrem gutes Seminar über das Schreiben wissenschaftlicher Veröffentlichungen und ein Mathekurs, der endlich die Lücken schließen soll, die ich mir durch meine regelmäßige Abwesenheit (geistig oder auch körperlich) damals in den Mathevorlesungen selbst zuzuschreiben habe.
Die englische Sprache: Nicht nur habe ich keine Probleme mit dem Tieee-Äitsch mehr, nein, ich spreche inzwischen auch ziemlich flüssig (außer mit dem Chef - warum ist das eigentlich so?), lerne fleißig weitere Phrasal Verbs, und werde im Sommer vermutlich einen Kurs für korrekte (amerikanisch-) englische Aussprache belegen. So etwas findet man wohl kaum in Deutschland.
Auf der kulturellen Seite habe ich mit der amerikanischen Äußerlichkeit gespielt (es gab da mal einen Post über Augenbrauen und Pediküre), gelernt, Automatikautos zu fahren (wenn sie denn jemand für mich anlässt - wie das geht, habe ich noch nicht herausgefunden), angemessenes Trinkgeld zu geben, Bier-Pong zu spielen, ansatzweise die Footballregeln zu verstehen und mit Stäbchen zu essen.
Suppe.
Und schließlich machen es die Amis einem unheimlich leicht, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Sobald man also seine durch gefühlt mangelhafte Sprachkenntnisse resultierenden Hemmungen überwunden hat, findet man an jeder Ecke jemanden zum Smalltalk. Anders als in Deutschland haben die wenigsten hier Angst, dass sie einen nie wieder loswerden, wenn sie auf ein Gespräch eingehen. Und jeder Smalltalk - egal ob in der Kneipe, bei Small World Coffee, im Supermarkt, mit dem Putzmann in der Uni - steigert die eigene Sprachsicherheit und das dazugehörige Selbstbewusstsein ein kleines bisschen. Ich hoffe, einiges von dieser neuen Offenheit für Fremde und für's Fremde nach meiner Zeit hier mit nach Hause nehmen zu können.
Neben der Vertiefung und Verbreiterung meines Fachwissens und meiner experimentellen Erfahrung merke ich, dass mein Aufenthalt mich im Wesentlichen persönlich weiterbringt. Hier sind die Dinge, die ich in den letzten 10 Monaten (kennen-)gelernt habe:
Ich habe schon berichtet, dass ich das Laufen ausprobiert habe. Ich bin noch immer nicht so recht überzeugt, aber alleine die nette Umgebung in Princeton, der häufige Sonnenschein und der Ausblick aus meinem Bürofenster auf die vielen Läufer (mit knackigen Beinen und Hintern und freiem Oberkörper), die die Prospect Avenue entlangrennen, lassen mich doch häufig an meine schicken Laufschuhe im Schrank und meine schmissige Laufmusik denken. Sobald es wieder etwas länger hell ist, werde ich definitiv weitere Versuche wagen. Des weiteren habe ich mir Oberarmmuskeln erarbeitet, ein paar extrem alberne Sportkurse (Zumba, Bodyattack, Willpower&Grace) ausprobiert, und versuche mich jetzt im Pilates (gääähn), (Swing-)Tanzen und Squash, für das ich dauerhaft eine Squash-Partnerin gefunden habe. Das Gute an Squash ist übrigens, dass es sehr einfach ist, aber sehr anstrengend sein kann.
Andere Dinge, die mich hier weiterbilden, sind ein extrem gutes Seminar über das Schreiben wissenschaftlicher Veröffentlichungen und ein Mathekurs, der endlich die Lücken schließen soll, die ich mir durch meine regelmäßige Abwesenheit (geistig oder auch körperlich) damals in den Mathevorlesungen selbst zuzuschreiben habe.
Die englische Sprache: Nicht nur habe ich keine Probleme mit dem Tieee-Äitsch mehr, nein, ich spreche inzwischen auch ziemlich flüssig (außer mit dem Chef - warum ist das eigentlich so?), lerne fleißig weitere Phrasal Verbs, und werde im Sommer vermutlich einen Kurs für korrekte (amerikanisch-) englische Aussprache belegen. So etwas findet man wohl kaum in Deutschland.
Auf der kulturellen Seite habe ich mit der amerikanischen Äußerlichkeit gespielt (es gab da mal einen Post über Augenbrauen und Pediküre), gelernt, Automatikautos zu fahren (wenn sie denn jemand für mich anlässt - wie das geht, habe ich noch nicht herausgefunden), angemessenes Trinkgeld zu geben, Bier-Pong zu spielen, ansatzweise die Footballregeln zu verstehen und mit Stäbchen zu essen.
Suppe.
Und schließlich machen es die Amis einem unheimlich leicht, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Sobald man also seine durch gefühlt mangelhafte Sprachkenntnisse resultierenden Hemmungen überwunden hat, findet man an jeder Ecke jemanden zum Smalltalk. Anders als in Deutschland haben die wenigsten hier Angst, dass sie einen nie wieder loswerden, wenn sie auf ein Gespräch eingehen. Und jeder Smalltalk - egal ob in der Kneipe, bei Small World Coffee, im Supermarkt, mit dem Putzmann in der Uni - steigert die eigene Sprachsicherheit und das dazugehörige Selbstbewusstsein ein kleines bisschen. Ich hoffe, einiges von dieser neuen Offenheit für Fremde und für's Fremde nach meiner Zeit hier mit nach Hause nehmen zu können.
28 February 2011
27 February 2011
Über die Gründe meines Versagens
Gestern habe ich nicht gebloggt.
Die Ursache dafür liegt in meinen deutschen Genen. Ich fürchte, ich muss dazu ein wenig ausholen.
Fernab der deutschen Heimat wird einem die eigene Identität durch die tägliche Konfrontation mit Fremden und Fremdem deutlich vor Augen geführt. Man sympathisiert mit anderen Deutschen, rottet sich mit Europäern zusammen und lästert über die kleinen Eigenheiten der Amerikaner.
Dass alles hier groß ist, die Portionen im Restaurant, die Mülleimer, die Supermärkte, die Autos, dass sie nicht viel von Energiesparen halten, dass sie Kitsch mögen und Militär ziemlich gut finden.
Auf der anderen Seite möchte man aber auch in die neue Kultur eintauchen, und dazu gehört es, amerikanische Freunde zu finden, möglichst vieles mitzumachen, und zu versuchen, kulturelle Unterschiede als solche anzuerkennen und nicht zu bewerten oder abzuwerten. Dies ist ein schmaler Grat, und manche kommen ganz gut klar und manche geben auf, halten alle Amis für blöd, haben eine ganz furchtbare Zeit hier und wollen möglichst schnell wieder nach Hause.
Es ist offensichtlich, dass ich den ersten Weg gewählt habe. Nun wird man aber, nur, weil man mit Amis abhängt, nicht zum Amerikaner. Man grenzt sich zumindest schon mal sehr durch seinen Akzent ab. Um aber nicht einfach nur die Person zu sein, die komisch spricht, versucht man also, einige positive Aspekte der eigenen Kultur nach außen zu tragen. Meine französische Bekannte Joanna zum Beispiel hat die Rolle eines Käse-Snobs angenommen. Sie verachtet amerikanischen Käse und tut das bei jeder Gelegenheit kund. Ich vermute, in Wirklichkeit findet sie den Cheddar hier ganz ok, zumindest schmecken ihr die Quesadillas im Winberie's ganz gut.
Ich als Deutsche musste mir nun überlegen, ob ich mit deutscher Effizienz, deutschen Autos, deutscher Direktheit oder etwas anderem identifiziert werden wollte. Es ist aber nicht so, dass dies eine bewusste Entscheidung ist, sondern das entwickelt sich einfach. Offensichtlich bin ich nun Bierexpertin in Theorie und Praxis.
Als solche wurde ich bei der letzten Party am Freitagabend zum Bier-Pong angemeldet. Beim Bier-Pong spielen zwei Zweier-Teams gegeneinander, jedes Team hat an seinem Ende der Tischtennisplatte 10 Becher mit Bier in Dreieckform aufgestellt, und Ziel des Spieles ist es, den Pingpong-Ball in die Becher des Gegners zu werfen. Gelingt dies, muss der Gegner das entsprechende Bierglas leeren.


Wer zuerst kein Bier mehr vor sich stehen hat, verliert, muss die verbleibenden Biere des Gegners leeren und den Tisch verlassen. Die Sieger treten gegen die nächsten Herausforderer an. Es gibt noch einige weitere Regeln:

Üblicherweise siegt ein Team nicht allzuoft hintereinander, da das Bierleeren sich negativ auf das Zielvermögen auswirkt. Bier-Pong wird an der Uni von Beginn des ersten Semesters an gelehrt, so dass alle meine Gegener mindestens 5 Jahre Spielerfahrung besaßen. Nun bin ich aber kein Spielverderber, klärte meinen Partner über meine mangelnde Erfahrung auf, und darüber, dass ich keinerlei sportlichen Ehrgeiz besitze, und machte so gut wie im Alleingang drei gegnerische Teams hintereinander platt. Mein Teampartner trug jedenfalls nicht allzviel bei. Von den Gegnern war nur ein Team richtig schlecht, aber ich war "on fire", wie man hier so schön sagt. Da dieses Spiel das Trinken von Bier beinhaltet, konnte ich offensichtlich nicht scheitern, und dafür mache ich meine deutschen Gene verantwortlich.
Die Siege waren allerdings teilweise recht knapp, so dass auch auf unserer Seite Verluste zu beklagen waren, in Form von Zurechnungsfähigkeit der Teammitglieder. So hielt ich es für eine gute Idee, nach all dem seltsamen Bier (Miller Lite) noch Bier (Jever) zu trinken, sowie Gin Tonic. Lieber Daniel, du hattest recht. Ich war müüüüde am nächsten Tag, und nicht in Stimmung, kreativ zu werden und zu schreiben. Ich hab es dann auf später verschoben und dann ganz einfach vergessen. Shame on me!
Die Ursache dafür liegt in meinen deutschen Genen. Ich fürchte, ich muss dazu ein wenig ausholen.
Fernab der deutschen Heimat wird einem die eigene Identität durch die tägliche Konfrontation mit Fremden und Fremdem deutlich vor Augen geführt. Man sympathisiert mit anderen Deutschen, rottet sich mit Europäern zusammen und lästert über die kleinen Eigenheiten der Amerikaner.
Dass alles hier groß ist, die Portionen im Restaurant, die Mülleimer, die Supermärkte, die Autos, dass sie nicht viel von Energiesparen halten, dass sie Kitsch mögen und Militär ziemlich gut finden.
Auf der anderen Seite möchte man aber auch in die neue Kultur eintauchen, und dazu gehört es, amerikanische Freunde zu finden, möglichst vieles mitzumachen, und zu versuchen, kulturelle Unterschiede als solche anzuerkennen und nicht zu bewerten oder abzuwerten. Dies ist ein schmaler Grat, und manche kommen ganz gut klar und manche geben auf, halten alle Amis für blöd, haben eine ganz furchtbare Zeit hier und wollen möglichst schnell wieder nach Hause.
Es ist offensichtlich, dass ich den ersten Weg gewählt habe. Nun wird man aber, nur, weil man mit Amis abhängt, nicht zum Amerikaner. Man grenzt sich zumindest schon mal sehr durch seinen Akzent ab. Um aber nicht einfach nur die Person zu sein, die komisch spricht, versucht man also, einige positive Aspekte der eigenen Kultur nach außen zu tragen. Meine französische Bekannte Joanna zum Beispiel hat die Rolle eines Käse-Snobs angenommen. Sie verachtet amerikanischen Käse und tut das bei jeder Gelegenheit kund. Ich vermute, in Wirklichkeit findet sie den Cheddar hier ganz ok, zumindest schmecken ihr die Quesadillas im Winberie's ganz gut.
Ich als Deutsche musste mir nun überlegen, ob ich mit deutscher Effizienz, deutschen Autos, deutscher Direktheit oder etwas anderem identifiziert werden wollte. Es ist aber nicht so, dass dies eine bewusste Entscheidung ist, sondern das entwickelt sich einfach. Offensichtlich bin ich nun Bierexpertin in Theorie und Praxis.
Als solche wurde ich bei der letzten Party am Freitagabend zum Bier-Pong angemeldet. Beim Bier-Pong spielen zwei Zweier-Teams gegeneinander, jedes Team hat an seinem Ende der Tischtennisplatte 10 Becher mit Bier in Dreieckform aufgestellt, und Ziel des Spieles ist es, den Pingpong-Ball in die Becher des Gegners zu werfen. Gelingt dies, muss der Gegner das entsprechende Bierglas leeren.
Wer zuerst kein Bier mehr vor sich stehen hat, verliert, muss die verbleibenden Biere des Gegners leeren und den Tisch verlassen. Die Sieger treten gegen die nächsten Herausforderer an. Es gibt noch einige weitere Regeln:
Üblicherweise siegt ein Team nicht allzuoft hintereinander, da das Bierleeren sich negativ auf das Zielvermögen auswirkt. Bier-Pong wird an der Uni von Beginn des ersten Semesters an gelehrt, so dass alle meine Gegener mindestens 5 Jahre Spielerfahrung besaßen. Nun bin ich aber kein Spielverderber, klärte meinen Partner über meine mangelnde Erfahrung auf, und darüber, dass ich keinerlei sportlichen Ehrgeiz besitze, und machte so gut wie im Alleingang drei gegnerische Teams hintereinander platt. Mein Teampartner trug jedenfalls nicht allzviel bei. Von den Gegnern war nur ein Team richtig schlecht, aber ich war "on fire", wie man hier so schön sagt. Da dieses Spiel das Trinken von Bier beinhaltet, konnte ich offensichtlich nicht scheitern, und dafür mache ich meine deutschen Gene verantwortlich.
Die Siege waren allerdings teilweise recht knapp, so dass auch auf unserer Seite Verluste zu beklagen waren, in Form von Zurechnungsfähigkeit der Teammitglieder. So hielt ich es für eine gute Idee, nach all dem seltsamen Bier (Miller Lite) noch Bier (Jever) zu trinken, sowie Gin Tonic. Lieber Daniel, du hattest recht. Ich war müüüüde am nächsten Tag, und nicht in Stimmung, kreativ zu werden und zu schreiben. Ich hab es dann auf später verschoben und dann ganz einfach vergessen. Shame on me!
25 February 2011
"Frühling" in Princeton
Heute ist Tag 22, und ich bin noch nicht soo verzweifelt, dass ich über mein Mittagessen berichten würde - noch gibt das Wetter Stoff für den einen oder anderen Beitrag.
Frühling in Princeton ist bäh. Man sieht immer noch Schneereste, es regnet und ist so eklig, dass die Menschen auf der Straße stehenbleiben und sich zur Sonne drehen, wenn sie dann mal für eine halbe Minute rauskommt.
Frühling in Princeton ist bäh. Man sieht immer noch Schneereste, es regnet und ist so eklig, dass die Menschen auf der Straße stehenbleiben und sich zur Sonne drehen, wenn sie dann mal für eine halbe Minute rauskommt.
24 February 2011
Discovery!
Gerade eben ist der letzte Space Shuttle gen International Space Station zum vorerst letzten Flug des US Raumfahrtprogramms in Florida (Kennedy Space Center in Cape Canaveral) gestartet. Sieht so aus, als sei alles gutgegangen, obwohl ich in der NASA-Fernsehübertrageung ein paar Teile des Hitzeschild herumfliegen gesehen habe. Hoffen wir mal, dass die sechsköpfige Crew auch heile wieder runterkommt.
Ist schon nett, dass man sich hier Ereignisse dieser Art (Raketenstarts, Oscar-Verleihungen,...) nicht mitten in der Nacht anschauen muss.
[Edit - Korrektur: Die Discovery ist zwar zum letzten Flug angetreten, aber zwei weitere Space Shuttles, die Endeavor und die Atlantis dürfen auch noch je einmal fliegen.]
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