20 October 2011

Chicago 3

Am Freitag öffnete die Career Fair um 10 Uhr morgens und wir rekrutierten fleißig, während jeweils eine von uns ab und zu Abstecher zu den anderen Ständen machte, um neues Spielzeug abzuholen oder einen Lebenslauf abzugeben. Von einem dieser Trips kehrte Roxanne zurück und drängte mich, doch jetzt endlich mal zu Cummins rüberzugehen, die hätten nach mir gefragt. Roxanne kann sehr überzeugend sein. Außerdem hatten sie mich zwischenzeitig sogar angerufen und eine Nachricht auf meinem AB hinterlassen, dass ich sie doch unbedingt an ihrem Stand aufsuchen sollte. Ich ging also hin und - zack - hatte ich ein zweites Jobinterview am selben Nachmittag. Außerdem hatte ich eine Nachricht von der Dame von Owens Corning auf dem AB, die mich bat nochmals am Stand vorbeizukommen. Das tat ich also, und sie stellten mir die Möglichkeit vor, ein Jahr in den US (Ohio) zu arbeiten und dann langfristig nach Frankreich zu gehen. Interessant. Dafür, dass ich noch nicht konkret nach Jobs suchen wollte, lief es erstaunlich gut.

Kleiner Exkurs: Warum ich noch nicht konkret nach Jobs suchen will.

Ich habe mich entschieden, die Uni zu verlassen. Mein Vertrag läuft Ende April aus, eine Verlängerung kann mein Boss sich nicht leisten und meine Publikationsliste ist zu kurz, um ernsthaft eine Hochschulkarriere verfolgen zu wollen. Ich bin nicht traurig drüber. Mein Rückflug ist für den 5. Mai 2012 gebucht, aber vor Oktober oder November will ich noch nicht arbeiten gehen, sondern erstmal REISEN. Los geht es in England im Mai, Lake-District-Bewandern mit Katharina, dann Cornwall, Dartmoor oder Wales an Pfingsten, dann zum London Swing Dance Exchange, und Kaitlin besuchen. Danach nach Cambridge, falls Katharina dann noch nicht die Nase voll von mir hat und schließlich möglicherweise ein Abstecher nach Schottland. Wenn ich keine Lust mehr habe auf Regen, geht es weiter in den Süden der USA, wo ich mir die großen Nationalparks, die Rocky Mountains, Kalifornien und noch viel mehr ansehen will. Danach geht es über Seattle nach Vancouver und durch Kanada durch bis nach Quebec. Es wäre gut, im September/Oktober in Kanada zu sein, aber Juli/August ist nicht die beste Reisezeit für den Süden der USA. Mal schauen, vielleicht kann ich noch einen weiteren Kontinent einschieben.

Ich wollte eigentlich so lange reisen, wie die Ersparnisse herhalten und mir dann einen Job suchen.


Auf der anderen Seite ist es natürlich auch nett, wenn man schon einen Job im Anschluss an der Hand hat.
Jetzt ist der Artikel schon so lang, dass ich über meine Interviews erst morgen in Chicago Teil 3b berichten werde.

19 October 2011

Chicago 2 - oder Career Fair Crazyness

Die Career Fair sollte am Donnerstagabend um 18 Uhr öffnen. Vorher hatten nur die Austeller und damit auch wir Zutritt. Was ich nicht wusste, ist, dass dies die beste Zeit ist!! Roxanne als alter Messe-Profi schnappte sich uns und eine Tasche am ersten Stand und wir liefen dann von Stand zu Stand, schnackten mit den anderen Ausstellern und tauschten Kram. Man glaubt ja gar nicht, was die alles auf einer Messe so weggeben! Ja, Kugelschreiber waren auch dabei:



Das blaue T-Shirt ist ein Schlumberger T-Shirt. Es gab Kompakt-Haarbürsten, Körperpflege-Reisesets, beleuchtete Schminkspiegel, "Woman Business Card Holder", Slipeinlagen-Boxen, Schraubenzieher, Bettlampen, Lunch-Taschen, Multi-Aufladegerät für iPhone, Kamera,.. und und und. Das Foto zeigt meine Ausbeute, aber ich war bescheiden. Es war aber unheimlich lustig, mit Roxanne und Tracy, die am Donnerstag dazukam, loszuziehen und mit den Ausstellern ins Gespräch zu kommen. So fand ich mich plötzlich mit einem Job-Interview-Termin für den nächsten Tag wieder. Mit Chrysler. Genau, die mit den Autos.

Außerdem unterhielten wir uns mit Leuten von Cummins, einer Firma, die Motoren und Generatoren baut. Und als Roxanne oder Tracy erwähnte, dass ich Materialwissenschaftlerin sei (ach so, das bin ich jetzt übrigens, selbsternannterweise...), waren die Cummins-Leute plötzlich sehr interessiert und baten mich, später nochmals wiederzukommen. Hab ich aber nicht gemacht. Hab noch nie was von denen gehört, und überhaupt, ich will ja noch gar keinen Job!

Bin aber trotzdem zum Stand von Corning gegangen, das wäre nämlich DIE Firma für mich. Die machen Glas und haben die Faseroptik erfunden. Ich gab denen also sicherheitshalber mal meinen Lebenslauf, den Roxanne mich genötigt hatte auszudrucken.

Gegenüber gab es dann noch Owens Corning, von denen ich noch nie gehört hatte. Aber die waren pink, also bin ich mal hingegangen und hab mit denen geplaudert, und auch die fanden meinen meiner Meinung nach mittelmäßigen Lebenslauf "impressive" und waren sehr interessiert. Die machen Baumaterialien wie zum Beispiel Fiberglas. Hab denen gesagt, dass sie mein Visum sponsern müssten, wenn ich für sie arbeiten soll, was wohl ein Problem darstellt.

Na gut, abends hatten viele der anwesenden Firmen sogenannte "Hospitality-Suites" im Angebot, wo es free food, open bar und Recruiter gab. Eine sehr schöne Idee. Tracy und ich gingen als erstes zu der Suite von Booz-Allen - der Name war schon sehr vielversprechend, und wir wussten da noch nicht, dass es in allen Suites Booze gab. Außerdem wollte Tracy ernsthaft netzwerken, da sie tatsächlich an einem Job bei Booz-Allen interessiert war. Wir gingen hinein und stellten fest, dass man Tickets für die Drinks brauchte, aber ein Mann in der Nähe war, der jede Menge davon hatte. Wir sprachen ihn mit "ticket-guy" an, bekamen Tickets, und fanden das alle drei sehr lustig. Später fanden wir heraus, dass das der Vize-Präsident von Booz-Allen war - Tracy war geschockt, ich fand es spaßig!

Und morgen gibt es Chicago Teil 3 oder wie man alle Interview-Tipps in den Wind schlägt und trotzdem Erfolg hat(?).

18 October 2011

Chicago 1



Dies ist Chicago. Das letzte Mal war ich gegen 1998 dort. Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass wir damals den Sears-Tower bestiegen haben, und sehr beeindruckt von dem Hotel waren, in dem wir untergebracht waren und uns jeweils zu viert Doppelzimmer geteilt hatten.

Als wir am Mittwochnachmittag angekommen sind, war es allerdings schön sonnig. Ich bin mit Roxanne zur SWE (Society of Woman Engineers) Conference gefahren, um dort bei der Career fair unser Research Center vorzustellen, und Studenten für unser Sommerprogramm zu rekrutieren. Wir bauten also unsern Stand auf, Roxanne zog sich ins Hotelzimmer zurück, ich hübschte mich auf und ging aus. Ich war null vorbereitet, und lief einfach los. In einer willkürlich ausgesuchten Bar gab es dann Dinner für mich, ein knackig frisches Fisch-Sandwich zum Schnäppchenpreis und ein Bierchen. Ich erkundigte mich dann beim Barpersonal, wo man denn hingehen müsste, um guten Live Jazz zu hören, und glücklicherweise gab es gleich um die Ecke Andy's Jazz Bar. Dazu muss man wissen, dass es in Chicago einfach dazugehört, Live Jazz zu erleben. Dort gab es dann ein weiteres Bierchen, ziemlich abgefahrenen Jazz und die Gesellschaft von Duffy und Steven, zwei Brüdern in den Fünfzigern, die wegen einer Deck-builder-Konferenz nach Chicago gekommen waren. Das bedeutet, ihr Geschäft war, Dachterrassen zu bauen, und für ihresgleichen gab es tatsächlich eine Konferenz. Die beiden waren sehr unterhaltsam auf ihre etwas hinterwäldlerische Art. Trotzdem machte ich mich dann bald auf zurück zum Hotel, wo ich in der Hotelbar noch einen Margarita ausprobieren wollte, bevor es ins Bett ging. Aber auch hier blieb ich nicht lange allein, denn ein 40-jähriger Banker aus Miami (Teilnehmer einer Banker-Konferenz) langweilte sich, und unterhielt sich dann nett mit mir.

Und jetzt frage ich mich, wie cool es wirklich ist, beruflich viel reisen zu müssen. Bedeutet das, dass man abends entweder im Hotelzimmer fernsieht, oder sich mit Smalltalk in der Hotelbar mit ständig wechselnden Gästen begnügen muss? Für mich war es ja mal sehr nett, aber es kostet schon Energie, alleine an der Bar zu sitzen und so tun, als würde man sich großartig amüsieren.

15 October 2011

Lindy Exchange in Baltimore

Achtung - extrem tanzlastiger Post!!!

Nach einer großartigen Einweihungsparty und drei Stunden Schlaf ging es am Samstag nach Baltimore. Zum Glück hatte ich frühzeitig aufgehört, Bier zu trinken, so dass meine Vorfreude auf ein Wochenende voll Tanzen ungetrübt war. Mit dem Bus ging es nach Trenton, von dort mit dem Amtrak-Zug über Philadelphia nach Baltimore, und nach einer nur ca. 3.5 stündigen Reise war ich schon da. Ich machte mich mit dem Bus und zu Fuß bei strahlend sonnigem Wetter auf nach Fells Point, dem kopfsteingepflasterten historischen Hafenviertel, wo der erste Tanz des Samstages direkt am Wasser auf einem Pier stattfinden sollte. Den Freitagabend- sowie den Freitagnacht-Tanz hatte ich ja verpasst, so dass ich mich (trotz Schlafmangel) beinmäßig topfit ins Gewühl stürzen konnte. Ich traf auch gleich ein Princeton-Mädel zum Schnacken, sowie viele junge und nicht mehr ganz so junge Männer, die meine tänzerischen Fähigkeiten (noch) nicht einordnen konnten, mich daher reihenweise zum Tanz bitteten baten und mir fast keine Pause ließen. So sah das aus (ich bin leider hinter der Kamera):



Dann traf ich Kara, eine Tänzerin aus Baltimore, die mir und ein paar anderen Leuten netterweise ihr Haus zur Übernachtung zur Verfügung gestellt hatte. Wir kannten uns noch nicht, aber in der Szene war sie sehr bekannt und man konnte sie mir beschreiben:





Kara tanzt semi-professionell und hatte außer mir nur extrem gute Tänzer zu Gast. Ich war mitten unter Celebrities. Wir fuhren allesamt zu ihr nach Haus, wo Daniel aus London und Krunal aus Washington D.C. Dinner für uns kochten. Danach ging es dann zur Abendveranstaltung - Tanzen zu Live-Swing-Music - von 9 Uhr bis Mitternacht. Danach war noch nicht Schluss, sondern es schloss sich der Late-Night-Dance in einer ehemaligen Wassermühle an. Inzwischen war ich halbtot und tanzte nur noch im Halbschlaf. Und um diese Zeit entdeckte ich den Blues für mich. Man muss sich nur an einen starken Mann klammern, und der schleift einen dann zu langsamer Bluesmusik über die Tanzfläche. Ich glaube, ich bin dabei tatsächlich einige Male eingenickt. Mein letzter Tanz dieser Nacht war großartig. Ein besonders großer und starker Mann, sehr guter Tänzer, der sich dazu auch noch extrem gut auf seine Partnerin einstellen konnte, führte so gut, dass ich das erste Mal das Gefühl hatte, das das, was ich gerade tat, vermutlich gar nicht so schlecht aussah. Gegen 5 Uhr morgens ging es dann nach Hause und am nächsten Morgen, diesmal nach 6 Stunden Schlaf, fühlte ich mich doch tatsächlich ausgeruht.

Zum Brunch gab es Mimosas (Sekt + Orangensaft) anstatt Kaffee, und, wer hätte es gedacht, mehr Getanze, diesmal zu Live-Musik in einer Strandbar!







Barfuß im Sand tanzen ist übrigens sehr angenehm für müde-getanzte Füße.
Hatte mir dann spontan überlegt, den Abendtanz auszulassen und stattdessen abends nach Hause zu fahren und die Nacht in meinem eigenen Bett zu verbringen. Ich traf mich dann noch mit einer frischen Bekanntschaft in einer Bluesbar auf ein Bierchen und ein Tänzchen, er fuhr mich dann zu Bahnhof, und Sonntagnacht war ich schon wieder zu Haus.



Hier ist noch eine kleine Einführung zum Blues Dance:



Darin wird erwähnt, dass viele Tänzer Nerds sind. Das stimmt! Habe noch nie so viele Computer Scientists auf einem Haufen getroffen!

11 October 2011

"Our apartment is really totally great" Housewarming party - google translated

After we had on Wednesday in celebrating happy times already, it should go right down to business on Friday. Housewarming party birthday party for Sally plus. Sally and I were both a little out of practice when it comes to party planning, from are, therefore, we the whole thing quite relaxed in the American way addressed: one invites to 8 clock, beginning around the time also so slow to prepare for the party. We had also made about decorating ideas, and decided to leave the apartment to speak for themselves and add a few balloons. However, I was the only one with enough lung capacity to blow up (approach, ...?), support to these small, nasty balloons.

The guests were also impressed polite. In this picture my two European post-doctoral fellow with the girlfriend of one.

Much decoration but was not even necessary, because our apartment is really totally great. We have a fire out with fire escape and so that you reach by climbing through the kitchen window. Should not really, but it is so beautiful. And yes, that's like "Friends" and looks like this:

Our apartment is departing a long tube with a narrow hallway between the living room and kitchen, from which the two bedrooms and bathroom. It's quite far from the living room to the kitchen. The party shifted periodically from kitchen to living room and back. Sometimes there were two parties. The birthday cake procession from kitchen to living room, unfortunately, something went wrong. We carried the kitchen toward the living room of bekerzten cake, began to sing and actually expected Sally sitting on the living room sofa. But she came right behind us laughed out of the bathroom and broke in when the birthday song died away.

And below you can see a bit of our kitchen. Jens' former roomies, Nick and Michael:

My Mitwohni Sally and her boyfriend:

More kitchen. Wiebki realize you have the lantern? In this picture, by the way are a few Americans, a Scot, one German, one Canadian, a Swede and a few unidentified.

We have entered the race with a refrigerator, which was a bit of beer and wine-filled (and nothing else). I do not know why the guests made fun of him and even cheeky designated as a German refrigerator. Finally, we are at least come out with souvenirs of the guests with a nice, colorful contingent of beer and wine out of it, and can still celebrate one or two after-parties.

Zoom in on our kitchen table with a great apple tablecloth:

In this kitchen, there was also the dance routine with me and a guest who had brought a friend, and I happen to know from the Swing Dance. The dance ended with a dip and failed me on the floor. And I just had to look really, how many S to write "failed". Writes, "how many" we together?

And, Tadaa, here are the hosts. Sally, after a nap around 4:30 clock in the morning Sun, I think:

And I am - almost sober - disillusioned when I found myself with my half a hand in the mouth of Sweden, after I shipped the remains of the birthday cake in the fridge and a not insignificant amount of icing (something like chocolate coating, but much creamier and sweet) had glue on his fingers. I think I look a bit like this, as I would like to own abgeschlabbert the Icing:

By 5 clock, we are then got rid of the last guests, and at 8 clock, I'm standing out again to go to Baltimore. The kitchen floor looked way out of bad and bathroom and the hallway smelled of beer. A good party.

10 October 2011

House warming party

Nachdem wir am Mittwoch schon mal fröhlich angefeiert hatten, sollte es am Freitag richtig zur Sache gehen. Einweihungsparty plus Geburtstagsfeier für Sally. Sally und ich waren beide ein wenig aus der Übung, was Partyplanung angeht, von daher sind wir das Ganze recht entspannt auf die amerikanische Weise angegangen: man lädt zu 8 Uhr ein und fängt um die Zeit auch so langsam an, die Party vorzubereiten. Wir hatten uns auch Gedanken über Dekoration gemacht, und beschlossen, die Wohnung für sich selbst sprechen zu lassen und ein paar Luftballons hinzuzufügen. Allerdings war ich die Einzige mit genug Lungenvolumen (Ansatz, Stütze...?), um diese kleinen, fiesen Luftballons aufzupusten.



Die Gäste waren auch höflich angetan. Hier im Bild meine beiden europäischen Postdoc-Kollegen mit der Freundin des einen.



Viel Deko war aber auch gar nicht notwendig, denn unsere Wohnung ist wirklich total toll. Wir haben einen Feuerausgang mit Feuerleiter und so, die man erreicht, indem man durchs Küchenfenster klettert. Sollte man eigentlich nicht, aber es ist so schön. Und ja, das ist wie bei "Friends" und sieht dann so aus:




Unsere Wohnung ist ein langer Schlauch mit einem schmalen Flur zwischen Wohnzimmern und Küche, von dem die beiden Schlafzimmer und das Bad abgehen. Es ist ziemlich weit vom Wohnzimmer zur Küche. Die Party verlagerte sich periodisch von Küche zu Wohnzimmer und zurück. Teilweise gab es sogar zwei Parties. Die Geburtstagskuchen-Prozession von Küche zu Wohnzimmer ging leider etwas schief. Wir trugen den bekerzten Kuchen von Küche Richtung Wohnzimmer, begannen zu singen und erwarteten eigentlich Sally auf dem Wohnzimmersofa sitzend. Sie kam aber gerade hinter uns aus dem Badezimmer und lachte sich kaputt, als das Geburtstagslied erstarb.

Und im Folgenden sieht man ein bisschen von unserer Küche. Jens' ehemalige Roomies, Nick und Michael:



Mein Mitwohni Sally und ihr Boyfriend:



Mehr Küche. Wiebki, erkennst du die Laterne? In diesem Bild sind übrigens ein paar Amis, ein Schotte, eine Deutsche, ein Kanadier, ein Schwede und ein paar Unidentifizierte.



Wir sind mit einem Kühlschrank ins Rennen gegangen, der mit Bier und ein bisschen Wein (und nichts anderem) gefüllt war. Ich verstehe gar nicht, warum die Gäste sich darüber lustig gemacht und ihn sogar frech als deutschen Kühlschrank bezeichneten. Zum Schluss sind wir jedenfalls durch Mitbringsel der Gäste mit einem netten, bunten Kontingent an Bier und Wein aus der Sache herausgekommen, und können noch ein bis zwei Nach-Parties feiern.

Zoom-in auf unseren tollen Küchentisch mit Apfeltischdecke:



In dieser Küche fand auch die Tanzeinlage statt, mit mir und einem Gast, den ein Freund mitgebracht hatte, und den ich zufällig vom Swing Dance kannte. Der Tanz endete mit einem missglückten Dip und mir auf dem Fußboden. Und ich musste gerade tatsächlich nachschlagen, mit wievielen S man "missglückt" schreibt. Schreibt man "wievielen" eigentlich zusammen?

Und, tadaa, hier sind die Gastgeber. Sally, nach einem Nickerchen so gegen 4.30 Uhr morgens denke ich:



Und das bin ich - schon fast wieder nüchtern - ernüchtert, als ich mich mit meiner halben Hand im Mund eines Schweden wiederfand, nachdem ich die Reste des Geburtstagskuchens in den Kühlschrank verfrachtet und eine nicht unbedeutende Menge Icing (sowas wie Schokoüberzug, aber viel cremiger und süßer) an den Fingern kleben hatte. Ich finde, ich sehe ein bisschen so aus, als hätte ich das Icing selber gerne abgeschlabbert:



Um 5 Uhr sind wir dann die letzten Gäste losgeworden, und um 8 Uhr bin ich schon wieder ausgestanden, um nach Baltimore zu fahren. Der Küchenfußboden sah übrigens schlimm aus und Bad und Hausflur stanken nach Bier. Eine gute Party.

Teaser

Ein kleiner Vorgeschmack auf meine Wochenendberichterstattung:

1. Einweihungsparty
2. Tanzen in Baltimore
3. Es war großartig!
4. Es gibt Fotos!

6 October 2011

Es gibt keine Fotos...

... oder gar Videos von meinem gestrigen Karaoke-Auftritt. Aber Feedback: "For Karaoke, it was ok", "You didn't look like you were having fun", "it was not the worst thing I've ever heard".

Gestern hatte mein Mitwohni Sally Geburtstag und wir trafen uns im Ivy. Eine Freundin hatte eine rosa Prinzessinnen-Tischdecke auf einem der Tische ausgebreitet und lustige Party-Hüte verteilt. Der DJ gratulierte Sally öffentlich und wir, die Gäste, widmeten unsere Songs dem Geburtstagskind. Ich entschuldigte mich auch dafür.

Ich trug "Don't speak" von No Doubt vor, sang diesmal alleine und ohne Hilfe vom DJ, habe mich dabei auch gehört (*schluck*), und singe tatsächlich weniger gut, als ich gedacht hatte. Aber wenn alle gut wären, wäre Karaoke ja auch nicht so lustig.

5 October 2011

4 October 2011

Trimm Trab

Gestern beim Laufen habe ich mich ein wenig ver-laufen, und fand mich plötzlich in einem Wald wieder, umringt von einer Horde Rehlein. Die ließen sich fast streicheln, so nah kam ich ran. Aber da das Laufen gerade so flockig ging, konnte ich leider nicht stoppen. Übrigens vermute ich, dass ich noch nie zuvor 7 km am Stück gelaufen bin. Und wenn ich an die 3 km Läufe in der Schule zurückdenke, glaube ich auch nicht, dass ich mir damals vorstellen konnte, jemals Spaß am Laufen zu haben.

Das nächste Ziel sind dann die 5 Meilen (8 km).
Und dann der Marathon. Haha.

Zum Laufen fällt mir da noch ein, dass es bei Spiegel Online einer super Kolumne übers Laufen gibt, die ich Läufern, und vor allem anderen Möchtegern-Läufern, ans Herz legen möchte.

3 October 2011

New York Blues

Blues Dance ist ... öhm... interessant.

Der größte Unterschied zum Swing-Dance ist wohl, dass es beim Blues keinen Grundschritt gibt, in den man sich retten kann, wenn man nicht versteht, was der Mann einem mit seinen Bewegungen sagen will. Der Mann kann führen, was er will, also vorwärts oder rückwärts gehen, hin und her wackeln, was auch immer, und die Frau muss die Gewichtsverlagerung fühlen und in Schritte oder Hüftbewegungen übersetzen. Man tanzt schön eng, damit die Kommunikation einfacher ist. Um genau zu sein tanzt man so, als würde man einen Freund umarmen und nimmt dann (als Frau) den rechten Arm runter und greift die Hand des Partners. Ich habe also am Samstag etwa 30 Leute umarmt.

Nun ja, es war eine Erfahrung wert. Und ich habe nette Leute kennengelernt, mit denen ich abends zum Dinner ging (vegane Pizza!), bevor ich mich später noch mit Bekannten aus Princeton auf ein Bierchen traf.

29 September 2011

I've got the blues...

Ich habe ja sicherlich schon einmal (oder auch zweimal) erwähnt, wie untalentiert ich bin, was ästhetische Bewegungen angeht. Nach anfänglich harter Arbeit (damals noch beim Unisport in Braunschweig) bin ich jetzt aber in der Lage, Aerobic-Stunden zu besuchen, ohne mich wie ein Idiot zu fühlen. Ich habe mich sogar getraut, das Swing-Tanzen anzufangen, und nach dutzenden Anfängerstunden ist durchaus Fortschritt zu erkennen.

Und wenn die Musik zu schnell wird, tanzt man eben Charleston - das kann ich auch schon. Ein Problem ist allerdings langsame Musik, denn da hat man längere zeitliche Abstände zwischen den Schritten, in denen man ja auch irgendwie gut aussehen muss. Da kann man dann den Blues zu tanzen, und das sieht so aus:



Bei 4:53 sieht es so aus, als sei die Frau besoffen.

Dazu muss man wissen, dass hier keine Choreographie einstudiert wurde, sondern das Mädel einfach macht, was der junge Mann ihr mit seinem Körper signalisiert. Beziehungsweise, beim zweiten Paar, was das große Mädel dem kleinen Mädel signalisiert. Swing-Tänzer (als Oberbegriff für Lindy-, Charleston- und Bluestänzer) sehen es nicht so eng mit den typischen Geschlechterrollen.

Außerdem fällt auf, dass die erotischen Bewegungen der Tänzer ein gutes Körpergefühl voraussetzen, und dass dieser Tanz teilweise verdammt ENG getanzt wird. Eine Haltung (close embrace) sieht zum Beispiel so aus, dass sich das Paar nur mit der Brust berührt.

Übermorgen werde ich an einem Blues-Workshop teilnehmen, dort meilenweit entfernt von meiner Komfortzone die erste Blues-Lektion meines Lebens bekommen, mich dabei unheimlich unwohl fühlen, und dafür auch noch viel Geld bezahlen. Das wird schön :)

28 September 2011

Viel zu tun im September

So, der September hatte es in sich. Bin zum ersten Mal Rucksackwandern gewesen, habe zum ersten Mal Karaoke gesungen, war zum ersten Mal in NYC im Museum, und dann sogar gleich in zweien.

Im naturhistorischen Museum (bekannt aus dem Film "Nachts im Museum") haben wir Pocahontas nicht gefunden, dafür aber meine Ex-Nachbarn-für-5-Tage getroffen. Wir haben uns sehr verwirrt angeschaut, weil wir uns gegenseitig nicht zuordnen konnten. Habe sie aber heute in Princeton getroffen und bestätigen können, dass man sich tatsächlich in NYC zufällig über den Weg laufen kann.

Dort habe ich auch dieses Foto geschossen:



Das sind Elektronenmikroskop-Aufnahmen von Meteoritengesteinen (ein paar Tausendstel Millimeter groß), wobei die unterschiedlichen chemischen Elemente verschieden gefärbt dargestellt sind. Solche Bildchen produziere ich auch öfter mal, und es gibt in Princeton einen "Art of Science" Wettbewerb, wo ich die vielleicht mal einreiche.

Das andere Museum war auf Ellis Island, wo früher die Einwanderer gelandet sind, bevor sie einreisen durften. Dort ist dieses Bild entstanden:



Nach Ellis Island sind wir mit dem Bötchen gefahren - vielen Dank nochmal an Sarah, Annika und Daniel für die Überzeugungsarbeit, die sie geleistet haben, um mich in ein Museum zu bekommen. Alleine die Aussicht von der Insel auf Manhattan war es schon wert (unbedingt großklicken!):



Im linken Drittel sieht man das Empire State Building im Dunst. Das höchste Gebäude im Vordergrund ist das neue World Trade Center, welches neben Ground Zero gebaut wird, und am Ende noch größer als die Twin Towers werden soll. Es ist jetzt schon höher als alle anderen Gebäude im Bankenviertel.

26 September 2011

23 September 2011

Tweet

Twittert eigentlich irgendjemand unter euch?

21 September 2011

Hottie

Im Ivy Inn gibt es einen Barkeeper, J., der mal in einer Soap Opera (oder war es eine Reality TV-Show?) im nationalen Fernsehen zu sehen war. Er ist sozusagen ein ganz kleines bisschen berühmt, wenn auch nur mittelmäßig erfolgreich. Neulich hat er sich bei einem Casting für Mad Men, einer sehr erfolgreichen TV-Serie über eine Werbeagentur in den 70ern, beworben, und der produzierende Sender hat die Zuschauer abstimmen lassen. Leider weiß ich nicht, wie es ausgegangen ist. Mich erinnert J. an einen typischen Big Brother Star, hübsch, muskulös, tätowiert, außerdem kann er sehr schön Karaoke singen, gerne Balladen.

Nun ist es mir ein wenig peinlich, aber insgeheim freue ich mich auch darüber, wenn mich die Ivy-Mitarbeiter auf der Straße grüßen, was recht häufig passiert - weil ich mich wöchentlich in meiner Lieblingskneipe blicken lasse, und weil Princeton ein Dorf ist. Aber wann immer ich J. über den Weg laufe, und er mir in seiner tiefen Stimme "Hey, what's up?" zuraunt, muss ich kichern und werde rot :-)

19 September 2011

West Highland Way mit Bildern und in Farbe

Katharina hat einige sehr schöne Bilder gemacht, die ich einfach mal für diejenigen, die nicht darauf zugreifern können, von ihrer Facebook-Seite gemopst habe.

Unsere Unterkünfte waren sehr unterschiedlich:

Dies ist die Küche des Hostels in Kinlochleven, in die wir den schottischen Paul zum Spaghettiessen eingeladen haben.



Dies ist die Hotelbar in Kingshouse (der Ort besteht aus dem Hotel und einem Campingplatz - wir waren froh, ein Hotelzimmer gebucht zu haben, denn es regenete in Strömen), in der Ella sich einfach mal spontan den Musikern anschließ und zusammen mit ihnen das Lied "Loch Lomond" für uns performte.



Dies ist ein Bahnhof/Hostel in Bridge of Orchy.



Dies nannte sich Wigwam, stand in Inverarnan, und war nur mit ein paar dünnen Matratzen bestückt. Dafür leistete uns nachts ein Mäuschen Gesellschaft.



Und dies ist ein ehemaliges Jagdschloss und nun ein Hostel in Rowardennan.



Examplarische Scottishness.











Katharina, Chris (haben wir dort aufgegabelt) und ich beim Klettern in Kinlochleven.

16 September 2011

West Highland Way

Dies ist der West Highland Way, wie er in der Inveroran Hotel Bar an der Wand verewigt wurde (großklickbar).




Wir (Katharina, Ella und ich) sind ihn nicht ganz gelaufen, sondern Kat und ich sind von Glasgow nach Drymen mit dem Bus gefahren, haben dort Ella getroffen, sind in den Pub gegangen und am nächsten Morgen gestartet. Wir sind dann am ersten Tag etwa 20 km nach Rowardennan gelaufen. Dort übernachteten wir in einem ehemaligen Jagdschlösschen (jetzt Hostel) am Loch Lomond. Abends ging es in den Pub.



Am nächsten Morgen liefen wir bei Sonnenschein über Inversnaid nach Inverarnan, gingen dort ins Drovers Inn, einem von zwei "ältesten Pubs in Schottland", und schliefen dort in einem hölzernen Wigwam, wo wir nachts von einer Maus geweckt wurden. Also, die Maus weckte Katharina und Katharina weckte mich. Zum Glück! Ein halber Müsliriegel war schon weg!

Am Tag 3 nahmen wir den Bus nach Bridge of Orchy, wo wir erst ein bisschen durch die Gegend wanderten, dann in den Pub gingen, und dann im Bahnhof schliefen. Am nächsten Tag ging es bei strömendem Regen übers Rannoch Moor nach Kingshouse, dort abends in den Pub, und als wir am nächsten Morgen wieder trocken waren, weiter, über den "Devil's Staircase", nach Kinlochleven, wieder bei strömendem Regen. Dort war dann Schluss für uns, wir gingen in den Pub, und blieben dann noch zwei weitere Tage dort.



Da es weiterhin regnete, amüsierten wir uns in der Kletterhalle und im Pub, und fuhren dann zurück nach Glasgow. Dort trafen wir uns mit einem sehr freundlichen Schotten, den wir unterwegs beim Wandern kennengelernt hatten, und der uns dann das Glasgower Nachtleben zeigte.



Und eine sehr schöne Beschreibung und bessere Fotos gibt es in Ellas Blog.

5 September 2011

Füße etc.

Hier kommen die ersten versprochenen Fotos unserer neuen Bleibe. Das Badezimmer:


Und die Küche:


Und ich bin dann mal weg, 10 Tage Schottland...

2 September 2011

Ungezogen!

... aehh, UMgezogen :) Bald gibts Bilder von der befussten Badewanne und unser neuen Apfeltischdecke!