29 October 2010

Halloween Gewinnspiel

Halloween ist ausgebrochen. Und das merkt man nicht nur am Fernsehprogramm (Kettensägenmassaker am Nachmittag). Nein, auch beim Blick in die Vorgärten kann man diesen Feiertag nicht übersehen:



Man beachte im Vordergrund die Geier, die sich über menschliche Überreste hermachen.
Aus diesem Anlass gibt es hier und heute ein Gewinnspiel mit einem großartigen Überraschungspreis für den/die glückliche/n Gewinner/in. Wie viele Jellybeans befinden sich in diesem Glas? Wer der richtigen Antwort am nächsten kommt, bekommt ein Überraschungspaket mit amerikanischen Spezialitäten und einer handgeschriebenen Glückwunschkarte aus AMERIKA!



Als kleine Hilfe: Bei dem Glas handelt sich um ein handelsübliches Weinglas wie beispielsweise das Modell "Svalka Red Wine Glass" von Ikea. Und für diejenigen unter euch mit einem Auge für Details: Ist diese Weinglasdekoration nicht großartig? Elegant, und man kann die Gläser auseinanderhalten!

Lösungsvorschläge bitte in den Kommentaren unter einem Namen, den ich zuordnen kann, oder per E-Mail an mich. Pro Person nur eine Einsendung (ich werte die erste) und Einsendeschluss ist der 31.10.2010 um Mitternacht, meine Zeit. Also 01.11.2010 6:00 MEZ. Viel Glück!

20 October 2010

Auf besonderen Wunsch...

... meines fleißigsten Kommentators zeige ich euch meine neuen Laufschuhe - dazu sei gesagt, dass ich sie ausschließlich ob ihrer dämpfenden Eigenschaften ausgewählt habe:



Und ein paar Bilder (großklickbar) vom beginnenden Indian Summer. Der Baum vor meinem Haus und der Hochseilgarten für die Eichhörnchen:



Meine Straße, die Linden Lane. Ob es sich bei diesen Bäumen tatsächlich um Linden handelt, hab ich noch nicht herausgefunden. In der Walnut Lane um die Ecke gibt's jedenfalls keine Walnüsse.



Und dies ist der Weg zwischen meinem Office und dem Treffpunkt für den Gang zum Lunch:

18 October 2010

About running

Haruki Murakami ist ein Autor, dessen Erzaehlungen ich immer sehr gerne gelesen habe. Etwas freaky manchmal (oder laut Wikipedia "surreal"), aber immer originell. Sein autobiografisch angehauchtes Werk "What I talk about when I talk about running" ist dagegen ziemlich oede.

Heute beim Laufen dachte ich mir, ich sollte einen Blog uebers Laufen schreiben. Wer mich kennt, weiss, dass ich Laufen bloed finde. Es erscheint mir sinnlos, irgendwohin zu laufen, wo ich eigentlich gar nicht hin will. Andererseits moechte ich mich aber auch fit halten und der USA-bedingten erhoehten Kalorienzufuhr entgegenwirken. Dazu gehe ich ab und zu zum morgendlichen Zirkeltraining vom Unisport um 7.30 Uhr. Das ist allerdings mehr Hanteltraining als Ausdauersport, und so sehr ich meine neuen Madonna-Oberarme auch zu schaetzen weiss, fuehlte ich mich schon mal fitter. Insbesondere kamen meine Defizite zu Tage, als ich eines Tages versuchte, beim "BodyAttack"-Kurs mitzumachen und die crazy Instructor-Lady mich ob meiner Seitenstiche als kompletten Sportanfaenger einstufte. Ueber den Sommer konnte ich mich noch damit herausreden, dass mich die wochenendlichen Ausfluege zum Strand inklusive Beachvolleyball und Ueberlebenskampf mit Freakwaves mit einem Ausdauertraining versorgten. Aber spaetestens seit hier der Indian Summer Einzug haelt, gelten diese Entschuldigungen nicht mehr.

Nun habe ich nie abgestritten, dass Laufen der flexibelste Sport ist, den es gibt, und dass ich es zu schaetzen weiss, ueberall und zu jeder Zeit einfach loslaufen zu können. Mein damaliger Roomie Erik lief auch, Jens' ganze WG laeuft. Um mich also selbst zu motivieren, gab es erstmal fancy Laufschuhe fuer mich, denn es ist ja bekannt, dass diese fast von alleine laufen, man muss sie nur anziehen. Mit dem Anziehen wartete ich aber noch ein, zwei Wochen. Denn wenn ich schon sinnlos durch die Gegend renne, dann zumindest mit dem richtigen Soundtrack. Und nach einigem Rumgespiele habe ich jetzt das perfekte Zubehoer fuer meine Laeuferkarriere gefunden: neben guten Schuhen die richtigen Apps für mein iPhone. Zur Erlaeuterung fuer Nicht-iPhone-Besitzer: Ein "App" ist eine kleine Software fuer das iPhone, die man sich fuer Geld oder fuer umsonst aus dem Internet runterladen kann, z.B. kleine Spiele. Ich habe ein App (Cadence), welches meine Songs auf dem iPhone mit der korrekten BPM (beats per minute)-Zahl versieht und dann die Songs nach Tempo geordnet zu Playlists zusammenfasst, so dass man sich die richtige Playlist zum gewuenschten Lauftempo aussuchen kann.
Ein zweites App (SyncStep) geht einen Schritt weiter und detektiert mit dem Beschleunigungssensor im iPhone, wie schnell man laeuft, und sucht die vom Tempo her dazu passende Musik aus. Ein anderes App (GetRunning) laeuft parallel zur Musik und ist dazu gedacht, absolute Couchpotatoes zum 5 km Lauf zu bringen. Es ist ein 9 Wochen Programm mit dreimal 30 min Laufen/Gehen pro Woche, und waehrend des Laufes wird angesagt, wann man laufen und wann man gehen soll. Ist supi fuer Sportanfaenger - ich hingegen war tatsaechlich schon zu fit dafuer.

Mein absolutes Highlight ist aber das App RunKeeper, welches mit Hilfe des GPS Sensors im iPhone die Koordinaten aufzeichnet und anschliessend zu einem Online-Account schickt, so dass man die Strecke auf einer Karte nachvollziehen kann: Laenge, Hoehenmeter, Lauftempo. Ist gut fuer's Ego und fuer die Motivation.

Meine neuste Entdeckung für's Laufen sind aber die Podcasts von Dr. Bob. Dr. Bob's JogTunes ist so etwas wie eine Radiomusiksendung, die etwa 30 - 60 min läuft und beim Laufen gehört werden soll. Die Abfolge der Songs ist so abgestimmt, dass man einen langsamen Aufwärmteil hat, schnelle Sprintteile oder Intervalltraining und abschließend einen langsamen Abkühlteil. Die Sendung wird moderiert mit Informationen zu den Songs und zum weiteren Ablauf des Laufs, man wird also gut unterhalten. Und ich lauf dann mal jetzt los!

14 October 2010

Am Wochenende...

... gibt's neuen Stoff!

17 September 2010

Portland, Maine

Portland in Maine ist eine hübsche Hafenstadt, die wir leider nur im Dunkeln besichtigen konnten, denn wir hatten ja keine Zeit. Die mutmaßlichen Vorzüge von Portland werden aber von nun an leider immer von der Tatsache in den Hintergrund gerückt, dass in Portland unser Auto abgeschleppt wurde.

Zunächst wussten wir aber nur, dass es nicht mehr dort ist, wo wir es am Abend vorher abgestellt hatten. Das ist schon wichtig zu erwähnen, da das Auto, welches wir beim letzten Roadtrip verloren hatten, einfach in einem anderen Parkhaus stand - wer weiß, wie auch immer es dort hingekommen war... In diesem Fall waren wir uns aber sehr sicher. Ich kletterte also auf den nächsten Berg, um mir einen Überblick zu verschaffen.



Das half zwar nicht beim Autofinden, aber wenigsten können meine Leser nun erstens meine braunen Füße und zweitens meine durchtrainierten Oberarme bewundern. Jens fragte also den Dunkin Donuts Manager, wo denn die kleinen Autos hinkommen, wenn sie sich nachts auf seinem Parkplatz rumtreiben. Der gab ihm eine Telefonnummer, die nahmen wir mit zum Hotel, wo wir die Nacht verbracht hatten und wo uns genau dieser Parkplatz ans Herz gelegt worden war. Der Hotel Manager war außer sich, dass zum einen die hoteleigenen Parkplätze alle belegt waren, und zum anderen uns einer seiner Mitarbeiter geraten haben soll, bei Dunkin Donuts zu parken.

Hier sei vielleicht mal zwischendurch angemerkt, dass Dunkin Donuts eine amerikanische Fastfood-Kette ist, die auf Berliner (Pfannkuchen, Prillecken, Schmalzgebackenes,...) mit Loch in der Mitte spezialisiert ist. Es gibt auch einige Filialen in deutschen Großstädten. Zur Anschaulichkeit habe ich mal ein Foto aus dem Internet geklaut und werde es hier unerlaubterweise verwenden:



Zurück zum Hotelmanager. Er kümmerte sich rührend um uns, entschuldigte sich immer wieder, rief mehrere Abschleppfirmen an, bis das Auto gefunden war, organisierte ein wenig Bargeld (nehmen die keine Kreditkarte???) und fuhr mit Jens zum Abschleppparkplatz, um das Auto abzuholen. Dort wurde Jens seltsamerweise nur alleine auf den Parkplatz gelassen, um den Wagen zu identifizieren und auf Schäden zu prüfen. Es war aber alles in Ordnung, der Hotelmanager zahlte die 70 Dollar, und mit einer Stunde Verspätung konnten wir aufbrechen.

Insgesamt eine amüsante und lehrreiche Geschichte, und vielleicht sollte ich sie hier enden lassen.

Aber nach etwa 20 min Fahrt kündigte sich eine Mautstraße an und ich suchte nach den Dollars, die wir in der Mittellehne für diesen Anlass bereitgelegt hatten. Etwa 25 Dollar waren verschwunden, und ich begann mir einzureden, sie vielleicht geistesabwesend eingesteckt zu haben, als Benny bemerkte, dass seine Tüte mit neuen Outdoor-Klamotten verschwunden war.

Der feine Herr Abschleppheini war also geschickt genug, das Auto aufzubrechen, fast ohne Spuren zu hinterlassen - Jens bemerkte im Nachhinein, dass die Handbremse unnatürlich fest angezogen war, und bei der Auswahl des Diebesgut so geschickt vorzugehen, dass wir es erst zu spät merkten. Er ließ uns meine neuen Klamotten (Danke!!), eine kleine Digitalkamera und ein paar alte Schuhe, so dass wir nicht auf die Idee kamen, alles zu kontrollieren. Ärgerlich und nicht beweisbar.

Sehr. Lehrreich.


Nachtrag: Nachdem wir schon längst wieder zu Hause waren, bekam ich eine Mail von Anna, mit der ich mal zur Schule gegangen war. Wir waren damals nicht unbedingt befreundet und alles, was ich über sie wusste, war, dass sie vor einigen Jahren nach Amerika geheiratet hatte. Sie möchte dankenswerterweise unser zehnjähriges Abi-Jubiläum nächstes Jahr (*schluck*) in Uelzen organisieren, und ich sagte ihr provisorisch ab, da die Anreise doch zu weit wäre. Sie wurde neugierig, als ich erwähnte, ich wohnte in New Jersey und lud mich ein, sie dochmal in MAINE zu besuchen.

Genauer: In Portland.

15 September 2010

Von Maine nach Massachusetts

Die Route 1 verläuft die gesamte Ostküste entlang und erlaubt einem deutlich schönere Ausblicke auf die Küste als die schnelleren Interstate Highways. Manchmal begegnet man hier neben unzähligen Fastfood Geschäften auch Originellem (großklickbar):



Zur Erläuterung (das Foto wäre sicherlich besser geworden, wenn ich mich auf den Highway gestellt hätte, aber nun ja...): Die Anwohner dieser Straße besitzen mehrere Briefkästen. Unten im Bild jene für normale Post und Zeitungen. Deutlich höher ist ein Briefkasten mit der Ausschrift "Bills", also Rechnungen, schwach zu erkennen. Noch höher ist natürlich der Briefkasten für die Luftpost angebracht. Offensichtlich hat dieses Kunstwerk der Straße den entsprechenden Namen eingebracht. Oder andersherum?

Maine ist sehr schön und es war ein wenig schade, dass unsere Zeit zu begrenzt war, um Maine die gebührende Aufmerksamkeit zu würdigen.



Uns blieb nur eine Nacht in Portland, die wir im überraschend günstigen und überraschend guten Hotel St.Johns Inn verbrachten.



Nicht so gut war, dass am nächsten Tag unser Auto verschwunden war, aber dazu später mehr, ich gehe jetzt zum Dinner :-)

Maine

Es ist ja ein bisschen gemein, sich mit dem Ausblick auf ein Cliff Climbing zu verabschieden und dann mehrere Tage nichts von sich hören zu lassen (Liebe Eltern, es tut mir leid!)... aber es erhöht auch die Spannung erheblich, nicht wahr? Ich weiß, dass es einige unter euch gar nicht abwarten können, bis ein neuer Blogeintrag veröffentlicht wird (na gut, ich weiß von einer Person, auf die das zutrifft - und von drei anderen, dass sie mit dem Lesen noch im Juni sind: hey, soviel schreib ich doch gar nicht, und es sind doch auch immer bunte Bilder dabei!)

Ich bin heile alle Kliffs herunter- und wieder heraufgekommen, obwohl ich beim letzten Aufstieg so meine Zweifel hatte, ob die Kraft noch reicht. Mein Instructor war zwar sicherlich recht kräftig, aber auch deutlich leichter als ich, und am Kliff klammernd suchte ich schonmal eine Route zum nächsten Strand, wo er mich dann im Misserfolgsfall aufsammeln würde. Dank meines Kraftsports (nicht wahr, Annika?) war das dann aber gar nicht nötig. Ein paar Bildchen:





Das kleine Grüne mit dem schlechtsitzendem Helm bin übrigens ich. Mein Instructor Pete (good-looking fellow btw, google "Pete Fasoldt"!) sagte, ich hätte "one of those heads"... was auch immer das bedeuten mag. Wie auf dem nächsten Bild zu erkennen ist, war ich auch nicht durchgehend zum Scherzen aufgelegt.





Aber nachdem die kritische Stelle überwunden war, war alles wieder gut.





Neben netten Kliffs hatte die Insel auch noch mehr für uns. Ein Häuschen:



Und eine dramatische Küste bei Nebel:

7 September 2010

White Mountains in New Hampshire

In New Hampshire buchten wir uns recht guenstig ein Cottage auf einem Campingplatz in North Woodstock, mitten in den White Mountains. Abends ging es ins Brauhaus und am naechsten Tag auf einen Berg, den Hedgehog, wieder runter und wieder ins Brauhaus. Am naechsten Morgen verliessen wir New Hampshire auch schon wieder, aber nicht, ohne zuvor mit unserm Jeep auf den Mount Washington raufzufahren, den hoechsten Berg der White Mountains, eine steile Angelegenheit und durchaus nichts fuer Menschen mit Hoehenangst - mir war auch ein wenig mulmig. Waehrend unten angenehmes T-Shirt-Wetter herrschte waren es oben etwa 6 C - hier wurde wohl auch die hoechste Windgeschwindigkeit gemessen, die jemals gemessen wurde.



Wieder unten machten wir uns dann auf den Weg nach Osten, Richtung Maine. Dabei passierten wir das Hotel, in welchem "The Shining" spielt - es wirkte deutlich weniger gruselig als im Film. Abends fanden wir wieder ein guenstiges Cottage auf Mount Desert Island, einer Insel in Maine mit einem beruehmten Nationalpark drauf, dem Acadia National Park. Hier sitze ich nun im groessten Ort der Insel, Bar Harbor, in einem Cafe und warte darauf, demnachst irgendwelche Cliffs hoch- und runterzukraxeln. Die Jungs zogen es vor, mit dem Radl die Insel zu erkunden. Morgen gibts dann coole Kletterbilder!

6 September 2010

Von Vermont nach New Hampshire

Die Nacht im Hostel war kurz, da die Waffeleisen ab 6:30 Uhr piependerweise im Dauerbetrieb, und die Ohrenstoepsel irgendwann in der Nacht abhanden gekommen waren. Aber eine Dusche mit wenig und dafuer kaltem Wasser machte auch wach, und Waffeln mit dem beruehmten Vermonter Ahornsirup entschaedigen mich fuer einiges!



Wir besichtigten Burlington, ein huebsches Staedtchen am Lake Champlain in Vermont, bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen 25 C.



In der Stadt gab es einen netten Bauernmarkt und einen originellen Troubadour, eine Menge Althippies, Alternative und dicke Kinder:




Nachmittags verliessen wir dann Vermont und machten uns nach New Hampshire auf, dem Bundesstaat mit dem Motto: Live free or die...

4 September 2010

Roadtrip Reroaded

Ich befinde mich gerade in einem Hostel ohne Tueren in Burlington, Vermont, und das kam so: Unser letzter Roadtrip ist ja nun schon ueber 4 Monate her. Es wurde Zeit, auch den Norden zu erkunden, und heute Mittag gings los. Dem eigentlichen Plan, an der Kueste entlang zu fahren, machte Hurricane Earl einen Strich durch die Rechnung, so dass wir relativ planlos erstmal nach Norden ins Landesinnere starteten. Mit geschlossenen Augen zeigte der Finger auf Burlington, Vermont, und nach etwa 7 Stunden Autofahrt kamen wir gegen 23 Uhr in unserm Hostel an. Zwischendurch gab es noch Dinner in einem Restaurant am See mit grossartigem Sonnenuntergang und einem sehr ordentlichen 3-Gaenge-Menu fuer $15 (inklusive Bier). Das ist richtig billig. Der junge Mann, der sich beim Essen um uns kuemmerte, war auch sehr nett (anzuschauen) und troestete (mich) ueber den Rest der Gesellschaft (2 Familien und 36 Tische mit Rentnern) hinweg.

Nun beginnt hier demnaechst der Indian Summer, zudem ist dies Wochenende ein langes, daher waren die Hotelpreise entsprechend hoch. Wir, jugendlich und wild, wie man uns kennt, buchten daher spontan ein Hostel. Fuer sehr wenig Geld trafen wir auf eine saubere, loftaehnliche Anlage mitten im Stadtzentrum. Alle Raeume sind durch Vorhaenge voneinander abgetrennt, nur die Toiletten haben Tueren, trotzdem ist es nicht laut hier. Morgen frueh muss nur einer von uns um 8 aufstehen und die Parkuhr fuettern - dann gibts hier Waffeln und Kaffee zum Fruehstueck, einen halben Tag in Burlington (bitte keine Sockenwitze in den Kommentaren, das ist ein anderes Burlington, glaube ich), und anschliessend noch 2 Stuendchen Autofahrt in die White Mountains, wo dann Wandern angesagt ist. Moeglicherweise gibts dann mehr Text hier und vielleicht sogar Bilder!

28 August 2010

Philly

Die Stadt Philadelphia ist berühmt für ihr Philly Cheese Steak und berüchtigt für ihre hohe Mordrate. Letzteres hielt uns aber nicht davon ab, ersteres auszuprobieren, und so fuhren Jens, Michael und ich am Samstag mit dem Zug nach Philadelphia. Nach einem ordentlichen Fußmarsch durchs italienische Viertel erreichten wir einen der drei berühmten Cheese Steak Places, Geno's, welcher schon von weitem durch die lange Schlange zu erkennen war. Ein Philly Cheese Steak ist ein kleingehäckseltes Stück Fleisch (Tierart war nicht eindeutig zuzuordnen) mit Käse (z.B. Provolone oder halbflüssiger "American Cheese") im länglichen Brötchen. Dem kann man noch bei Bedarf Zwiebeln und Ketchup zufügen und erhält somit den Döner à la Philly und glückliche Gesichter:



Nachdem nun also der eigentliche Zweck des Ausflugs erledigt war, konnten wir uns noch ein wenig den Rest der Stadt anschauen. Es gibt dort jede Menge historisch wichtige Gebäude, und in Philly wurde auch die Unabhängigkeitserklärung beschlossen:



Um der Würde der Stadt Rechnung zu tragen, kleideten wir uns schließlich noch entsprechend ein:



Und beim letzten Foto zeigte eine Passantin Erbarmen, die unsere hilflosen Versuche, uns mit einem iPhone selbst zu fotografieren, nicht länger mit ansehen konnte:

15 August 2010

Birthday-Blog

Liebe Leser,
ich habe euch ein wenig vernachlässigt in den letzten Wochen, deshalb lasse ich heute mal den Strand Strand sein und haue stattdessen ein wenig in die Tasten - übrigens war ich auch gestern schon am Strand und heute 3 Stunden Paddeln - ist zwar nicht MeckPomm, aber dafür gibt's hier Schildkröten und Adler. Jetzt regnet es und ich werde ein wenig über meine Geburtstagsparty berichten.

Es war nichts geplant, da ich die Woche vorher in Texas verbracht hatte. In meinem Forschungsprojekt ist einmal jährlich ein großer Workshop vorgesehen, bei dem sich alle Mitglieder treffen und über Wissenschaft reden. Dies Jahr waren die Jungs und Mädels von der Rice University in Houston an der Reihe, alles zu organisieren. Wer sich hier ein wenig auskennt, kann sich sicher etwas Schöneres vorstellen, als den August in Texas zu verbringen - Temperaturen um die 38 °C bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit sind nicht unbedingt übermäßig angenehm. Der Workshop war aber trotzdem richtig gut, da ich nun viel besser Bescheid weiß, worum es bei unser Forschung eigentlich geht und was da gerade Stand der Wissenschaft ist, und weil ich eine richtig gute Zeit hatte. Ich war dort mehr oder weniger alleine unter Fremden und habe sehr schnell verschiedenste Menschen kennengelernt - vom Highschool-Schüler zum Professor. Und ich hatte ein großartiges Dinner am Golf von Mexiko bei Sonnenuntergang:



Nun kam ich also Freitagnacht in Newark am Flughafen an, und Jens und Nick hatten sich netterweise dazu bereit erklärt, mich von dort abzuholen. Mein Flug war verspätet, weil es auf dem vorhergehenden Flug mit diesem Flugzeug Einträge ins Logbuch gegeben hat - was wohl nicht gut ist - und dann einige Sachen gecheckt werden mussten. Manchmal möchte man diese Details gar nicht wissen. Gegen Mitternacht bin ich dann gelandet und die Jungs begrüßten mich mit einem Stück Cheesecake, welches für mich vom letzten Geburtstag (Roomie Nr. 3 hatte kurz vorher Geburtstag) aufgehoben wurde. Das war genau das Richtige nach einem Flug, wo es als "Snack" nur einen american-sized Cheeseburger mit Chips und Cookie gab.

Die Jungs mussten dann schnell ins Bett, weil sie sich für den nächsten Tag für eine Fahrradtour in der Nähe von Princeton angemeldet hatten. Ich konnte aber ausschlafen, Wäsche waschen, und mich mental aufs Älterwerden vorbereiten. Als die Jungs nach 80 km radeln fertig waren, ging es mit Franzi und mir an den Strand.


Und nachdem die Sonne untergegangen war:


zu Famous Dave's, einem BBQ-Restaurant:



Satt fuhren wir dann zu den Jungs nach Haus, wo es dann um Mitternacht meinen Geburtstagskuchen gab, Cheesecake:


Am nächsten Tag konnte ich dann mein zum Geburtstag aufgemotztes Fahrrad testfahren:


Und zum guten Abschluss eines großartigen Wochenendes ging es dann am Sonntag mit Franzi und Jens für etwa 4 Stunden ins Shoppingcenter.

Roadtrip - letzter Teil

Im September steht unser nächster Roadtrip an, daher möchte ich nun die Berichterstattung des letztens Roadtrips mit folgendem Gastbeitrag von Jens abschließen (großklickbar):

24 July 2010

Brazilian

Disclaimer: Der folgende Text enthaelt Erwachseneninhalte, sowie Informationen, welche Maenner und andere zarte Seelen moeglicherweise abstossend finden koennten. Wenn das euer Interesse nun erst recht geweckt hat, dann seid ihr zu neugierig als gut fuer euch ist und selbst Schuld.


"Brazilian" heisst es, wenn europaeische Ladies sich in einem Waxing Studio mit Hilfe von warmen Wachs und Stoffstreifen die Intimsphaerezone vollstaendig enthaaren lassen. Paradoxerweise ist diese Frisur in Brasilien gar nicht angesagt, die haben's naemlich lieber "French" oder so, was bedeutet, einen Streifen stehen zu lassen. Aber genug davon, Thema des heutigen Posts ist Waxing, aber nicht in der Intimzone, das war nur der Teaser. Ich habe meine ersten Erfahrungen gesammelt und das ging so:

Ich mag es ja, wenn Fuesse schoen gepflegt aussehen, was nicht immer so einfach ist, wenn man den ganzen Tag nur in Flip Flops herumlaeuft. Letztens erzaehlte mir mein Roomie Paula von der Pedikuere und auch ich selbst hatte schon immer mit dem Gedanken gespielt, mir mal vernuenftigen (=stabilen) Nagellack professionell auf die Fussnaegel malen zu lassen. Dann erzaehlte Jens' Nachbar Raiwo von seiner ersten Pedikuere -ever- und wie entspannend das war. Nun hatte ich auch eine anstrengende Woche hinter mir und seit einigen Wochen wenig Zeit fuer mich und nur mit mir gehabt. Der letzte Tropfen schlug dem Fass den Boden aus und brachte es zum Ueberlaufen, ich war reif fuer eine Belohnung und ein wenig Entspannung.

Also ging ich heute Shoppen und dann ins Nail-Center, wo man mir in einem Massagesessel sitzend die Fuesse einweichte, an meinen Fuessen rummachte (ich erspare meinen Lesern die Details) und schliesslich die gewuenschte Farbe (etwas heller als meine Fussfarbe) in vier Schichten auftrug. Ich war entspannt und das Ergebnis war sehr ansehnlich. Das fand auch die Lady, die dafuer verantwortlich war, allerdings war sie unzufrieden mit meinen Augenbrauen. Nun ja, meine Augenbrauen hab ich von meinem Vater geerbt und jetzt, wo ich die dazu passende Haarfarbe gefunden habe und den Wildwuchs an den offensichtlich falschen Stellen selbst entferne, mag ich sie auch ganz gerne. Zudem hat mit meine Mutti gesagt, NIEMALS die Augenbrauen zu zupfen, denn sie wachsen moeglicherweise nicht nach und dann sieht man fuer immer und ewig scheusslich aus. Andererseits wollte ich aber diesen schoenen Bogen im aeusseren Drittel der Braue haben, welcher laut InStyle die Augen oeffnet - und wer moechte nicht gerne die Augen geoeffnet bekommen! Nach einigem Abwaegen und freundlichem Nachfragen durch die Fusslady und ihrer Versicherung, nach der ersten Augenbraue aufzuhoeren, wenn sie mir nicht gefaellt (!?!), gab ich nach und erklaerte ihr, dass ich ein natuerliches Ergebnis erwarte und sie nur ganz wenig entfernen sollte. Ich schloss meine Augen und versuchte, in den entspannten Status zurueckzukehren, den mir der Massagestuhl verpasst hatte. Ich oeffnete sie erst wieder - vor Schreck - als heisses Wachs auf meinen Nasenruecken, sowie ueber und unter meine Augenbrauen geschmiert wurde. Bevor ich protestieren konnte, landeten auch schon Stoffstreifen auf dem Wachs, welche festgedrueckt und gegen die Haarwuchsrichtung mit Schwung abgezogen wurden. Das war nur kurz schmerzhaft und ich gab mich geschlagen und meinem Schicksal hin. Nach ca. 10 min war alles beendet, und ich habe jetzt zwar keine scheusslichen aber dafuer gewoehnliche 0815-Augenbrauen wie aus der Frauenzeitschrift. Und tatsaechlich hat mir die Aktion die Augen geoeffnet: Ich sollte oefter auf meine Mutti hoeren.

20 July 2010

Wochenend, Sonnenschein

Wie ihr wisst, verläuft meine Standardarbeitswoche sehr angenehm. Meine Forschung ist Chemie (mehr dazu in einem anderen Post) und zum ersten Mal seit Jahren fühle ich mich kompetent auf meinem Gebiet, meinen Chef respektiere ich nicht nur als Wissenschaftler und Gruppenleiter, sondern schätze ihn auch als Mensch. Aber was noch besser ist als zu arbeiten, sind die WOCHENENDEN. Die sind nämlich durchaus großartig und das muss man dann auch mal groß schreiben.

Letztes Wochenende gab es am Freitag nach einem langen Arbeitstag erstmal ein zünftiges deutsches Abendbrot - allerdings draußen in Jens' Garten. Seine Roomies waren mit von der Partie und später kam dann auch noch ein Nachbar dazu. Mein iPhone sorgte für musikalische Untermalung und eine Menge Wein für eine Menge Entspannung



Auch die Moskitos hattten ihren Spass. Wegen des grossen Erfolgs, wurde diese Aktion am naechsten Abend wiederholt, dabei aber um selbstgemachte Pizza gepimpt. Nick hatte um meine Expertise gebeten, da ich erwiesenermassen die beste Koechin im Haus und die anderen Jungs Laufen waren. Ich machte mich also an den Teig, waehrend Nick ploetzlich verschwunden war. Nachdem der anstrengende Part - Hefeteig kneten bei knapp 40 C - vorbei war, tauchte er dann aber wieder auf und machte sich an den Belag, eine australische Spezialitaet: Lachsfilet, Ziegenfrischkaese und Kapern - uebrigens eine Spitzenkombi! Da im Hause Matthews Kochen auch immer mit einer Zelebrierung des Essens, der Getraenke, der Koeche und der Niblis* einhergeht, kam die erste Pizza gegen 22 Uhr aus dem Ofen. Es wurde also wieder spaet, und am naechsten Tag blieben mir nur wenige Stunden fuers Labor, denn es ging ja noch an den Strand.

Der Strand am Sonntag war sehr sonnig, kaum windig und die Wellen recht aggressiv. Das war solange ein Riesenspass, bis es mir nicht mehr gelang, das Meer zu verlassen, da die Wellen mir auf den letzten Metern immer die Fuesse unterm Boden wegrissen, so dass ich sitzenderweise in der Brandung hin- und herrutschte. Dabei hatte ich zwei Probleme: Erstens war meine Bikinihose voll mit kleinen Steinchen, was mich etwa ein halbes Kilo schwerer machte und dazu auch noch ziemlich albern aussah. Und zweitens waren die Wellen so maechtig, dass mein Bikinioberteil nicht mehr sehr verlaesslich an seinem Platz hielt und ich mich langsam fragte, ob ich mich eigentlich gerade strafbar machte - man wird hier schon fuer weniger in Handschellen abgefuehrt. Letztlich gelang es mir dann aber doch, das Wasser zu verlassen - anders als einem uebergewichtigen Herrn, den zwei Lifeguards und eine weitere Person schieben mussten, weil er es alleine nicht schaffte.

Insgesamt also ein super Wochenende, das von einem Besuch beim Lieblingsmexikaner Jose Tejas mit frozen Margaritas abgeschlossen wurde. Und im Lab hab ich auch eine Menge geschafft.

Was mache ich so

Ich habe ja schonmal angedeutet, dass ich wieder Chemie mache, aber fuer die, die's ganz genau wissen wollen, folgt hier nun eine kleine Vorstellung meiner Arbeit.

Ich arbeite in einem grossem, NSF-gefoerdeten Forschungsverbund, der MIRTHE heisst - Mid-Infrared Technologies for Health and the Environment. Da arbeiten mehrere Unis in den USA sowie einige Firmen mit, und allesamt treffen sich einmal im jahr beim Summer Workshop - dies Jahr in Houston, Texas, in der ersten Augustwoche. MIRTHE kann man gugeln und dann sieht man, worum es geht. Kurz gesagt geht es um die Verwirklichung von kleinen Gasdetektoren, die entweder Treibhausgasemissionen oder Stoffe in der Atemluft detektieren koennen, welche auf Krankheiten hinweisen. Diese Art Gase absorbieren Infrarotstrahlung. Das bedeutet, dass in einem Gefaess mit dem jeweiligen Gas, welches von einer Seite mit Infrarotstrahlung beleuchtet wird, auf der anderen Seite bestimmte Infrarot-Wellen deutlich schwaecher ankommen. Je nachdem, welche Wellen abgeschwaecht werden, gibt Informationen darueber, um welches Gas es sich handelt, und je nachdem, wie stark die Abschwaechung ist, zeigt, wieviel von diesem Gas sich in dem Gefaess befindet.

Man kann dieses Gefaess nun sehr klein bauen. Sehr, sehr klein. Mikrometer klein. Und als Infrarotstrahlung nimmt man einen ebenfalls sehr kleinen Laser zur Hand. Diese Laser machen einen grossen Anteil der MIRTHE-Forschung in Princeton aus, da gibt es zum Beispiel die Professorin Claire Gmachl, die auf dem Gebiet der Quantenkaskadenlaser sehr erfolgreich ist. Ihr hatte ich damals meine Bewerbung geschickt, die sie an meinen jetzigen Boss, Craig Arnold, weiterleitete.
Nun hat man aber zwischen dem Laser und dem Gas-Gefaess konstruktionsbedingt oft einen gewissen Abstand, den man nicht so gerne mit Luft fuellen moechte, denn das CO2 und das Wasser in normaler Luft schwaechen manche Infrarotwellen auch deutlich ab und stoeren dadurch die Messung. Zudem moechte man die infrarote Laserstrahlung auch gerne zum Gefaess hinfuehren und nicht, dass sie sich auf dem Weg dorthin in alle Richtungen verteilt und man immer weniger Intensitaet zur Verfuegung hat.

Deshalb gibt es Wellenleiter. Die kann man sich wie Rohre fuer die Laserstrahlen vorstellen. In Wellenleitern werden die Strahlen an den Waenden reflektiert, verlieren nur sehr wenig Intensitaet und koennen sogar in Kurven gefuehrt werden oder in Abzweigungen geteilt werden. Wellenleiter-"Rohre" sind allerdings nicht hohl sondern massiv und sind in kleinen Bauteilen, wie den Gas-Sensoren, auch meistens nicht rund, sondern haben einen rechteckigen Querschnitt. Sie ähneln eigentlich eher dicken Brettern als Rohren - nur eben wenig Mikrometer groß. Dass die Strahlung in den massiven Wellenleitern gefuehrt wird, liegt an den besonderen Materialeigenschaften der Wellenleiter, insbesondere ihrem hohen Brechungsindex. Der sorgt dafuer, dass die Laserstrahlen an der Grenzflaeche zwischen Wellenleitermaterial und Umgebung (z.B. Luft) reflektiert werden, ohne, dass es irgendeine Art von Rohrwand geben muss. Und bei dem Material kommt meine Gruppe ins Spiel. Es gibt Materialien fuer Wellenleiter fuer sichtbare Strahlung (Licht), z. B. Fensterglas, denn da kommt eindeutig Licht durch. Durch sehr duenne Glasfasern aus Fensterglas oder transparenten Plastik kann man auch Licht leiten. Durch Fensterglas kommt allerdings die fuer uns interessante Infrarotstrahlung nur in sehr begrenztem Masse durch. Besser ist z.B. Fluoridglas, an dem ich frueher gearbeitet habe. Und fuer den Wellenlaengenbereich, welcher mittleres Infrarot heisst, ist Chalcogenidglas prima. Das besteht im Gegensatz zu "normalem" Glas nicht aus Metalloxiden, sondern aus Metallchalcogeniden, also Sulfiden, Seleniden, Telluriden. Das Ziel ist nun, aus diesen Rohmaterialien Glasfilme herzustellen, aus denen dann Wellenleiter gemacht werden - dabei ätzt man z. B. einfach alles vom Film weg, was man nicht braucht und übrig bleiben die Wellenleiterstreifen (-rohre, -bretter). Um Filme herzustellen, nimmt man ueblicherweise einfach die Rohmaterialien, heizt sie ganz stark auf und laesst die Daempfe auf einer Unterlage, dem Substrat, abscheiden. Wir machen es anders. Wir loesen unser Standard-Chalcogenidglas Arsensulfid (geht auch mit einigen anderen) in einem Loesungsmittel auf, so dass wir es fluessig verarbeiten koennen und dann nur noch das Loesungsmittel abdampfen lassen muessen.
Diese Verfahren hat ganz viele Vorteile, z.B. kann man damit gezielt Wellenleiter auf dasselbe Substrat wie den Laser aufbringen.

Meine Aufgabe besteht darin, den Aufloesungsprozess der Rohmaterialien (kristallines Arsensulfid) in verschiedenen Loesungsmitteln (primaere Amine, z.B. Propylamin, Ethylendiamin) zu untersuchen und zu verstehen, um auf ihn Einfluss nehmen zu koennen. Ausserdem schaue ich mir an, wie stabil diese Loesungen sind, ob sie sich aendern, wenn sie Ewigkeiten Luft und Licht ausgesetzt sind (tun sie) und was bei diesen Veraenderungen chemisch vor sich geht. Manchmal kann man in der Loesung keine Veraenderung messen, obwohl sie stattfindet, dann mache ich duenne Glasfilme und schau mir die an.

Meine Methoden sind: FT-IR und UV-Vis Spektroskopie, Rheologie, Dynamic Light Scattering (fuer Partikelgroessenverteilung), DSC (fuer Phasenuebergaenge), SEM und EDX (fuer chemische Zusammensetzungen), AFM (fuer Oberflaechenmorphologie).

Noch Fragen? ;-)

13 July 2010

Und was macht ihr so?

Bis vor drei Monaten fühlte ich mich immer ausreichend darüber informiert, was ihr so macht. Die wöchentlichen Kneipengänge, die Telefonate, diverse Feiern, Sport und vor allem Klatsch und Tratsch haben mich immer auf dem Laufenden gehalten.

Da das ja nun vorbei ist, und ich mich sozusagen von der Zivilisation Außenwelt abgeschnitten habe, muss mich auf unbestätigte Sekundärquellen verlassen. Zum Glück habe ich ja meine eigene kleine Welt in meinem Kopf und da geht so einiges:

Meine Eltern genießen die Sommerferien, dabei versteckt sich meine Mutti vor der Hitze im Haus, liest und spielt Gitarre oder Cello, während mein Vati schwarzbraun im Garten in der Sonne brutzelt und sich keine Gedanken darüber macht, wie er seine Schüler im nächsten Schuljahr quälen wird. Das ist ihm nämlich im Moment noch schnuppe. Nur zum Hardausee-Ausflug und zu Erdbeerbowle bei den Nachbarn lässt sich meine Mutti aus dem Haus locken. Ulli macht Motorrad-Ausflüge zur Ostsee und zeltet dort, Hannes zieht abends mit den Kollegen um Hamburgs Häuser. Ab und zu sitzen beide auch in ihren klimatisierten Büros und trinken Kaffee - oder arbeiten ein bisschen. Mathias repariert Generatoren in China, scheffelt dabei ordentlich Euros und lernt chinesischen Schnaps zu trinken.

Dirk schwebt auf Wolke 7 über Norddeutschland und geht nach all der Aufregung und Auszeichnung eine Runde beachen. Inga betreut ihre Kollegen und kommt dabei nicht zum Schreiben - trotzdem geht sie noch fleißig zum montags-Aerobic und ab und zu auch schwimmen - natürlich nicht zu oft, damit sie ihren Gatten beim Oberarmvergleich nicht beschämt. Wiebke hat runde Ergebnisse und kommt beim Schreiben ganz gut voran, sie findet es aber schade, dass sie die Mitglieder der Kneipenrunde nur noch selten sieht. Annika arbeitet 14 Stunden am Tag, vergisst dabei aber nicht das Volleyball-Training und soziale Verpflichtungen - schläft dafür halt weniger. Aber dafür hält ja Daniel die Wohnung tipptopp in Schuss und geht sonst mal hier und da zu einem Vorstellungsgespräch. Er findet es prima, sich nicht mehr um seine Diss kümmern zu müssen, aber so langsam hätte er ja doch schon mal ganz gerne einen Plan, was als nächstes kommt und wohin es ihn verschlägt. Grobi ist Dienstagsabends immer traurig, weil ich nicht zum Training komme und er sich immer mit diesen jungen, langbein- und -haarigen Hühnern einspielen muss, die aus ihren großen blauen Augen mit ehrfurchtsvollen Blicken bewundernd zu ihm aufschauen. Katharina versorgt ihre Biologen mit 1A-Analytik, wobei ihr der ganze Gen- und Zellkram aber weiterhin suspekt ist. Deswegen verschwindet sie lieber mal ein bisschen in die alte Heimat, Schottland. Kristina und Erich kommen noch immer regelmäßig mittwochsabends in die Kneipe und treffen dort manchmal Inga oder Thies und alle zwei Monate mal Martin, dem inzwischen mulmig wird, nun, da alle um ihn herum auf einmal ganz plötzlich promovieren wollen. Er will ja auch.

Ich habe also so meine Vorstellungen, aber das entschädigt mich nicht dafür, mit euch mittwochs kein Bier trinken gehen zu können, dienstagsabends den jungen Hühnern nicht zeigen zu können, wo der Hase läuft, euch am Wochenende nicht zufällig in der Stadt über den Weg zu laufen, euch nicht einfach mal abends anrufen zu können, weil ihr da alle tief und fest schlaft. Und das wollte ich einfach mal so gesagt haben. Wenn der Urlaub auch noch so schön ist, nach einer gewissen Zeit vermisst man doch das Zuhause.

10 July 2010

BBQ on the stairs

Meine lieben Leser - gibt es Euch eigentlich? Manchmal denke ich, niemand liest die packenden Geschichten über mein spannendes Leben in Amerika. Das erinnert mich an meine Dissertation, die liest auch keiner.

Mäuschen, sagt mal piep!

Aber ich kenne ja meine sensationsgierigen Pappenheimer, ihr wollt mehr Bilder und weniger Text, durchschaut hab ich Euch! Daher nun mal wieder eine Foto-Story anstatt der üblichen langatmigen Landschaftsbeschreibungen.

Samstag vor einer Woche war ein ganz normaler typischer Samstag. Nach einem Frühstück in Jens' WG mit Croissants für alle machten wir uns auf den Weg zu Betty Bubbles Car Wash, um Nicks Auto zu waschen und dann im Anschluss in unserem Lieblingssupermarkt Wegman's die Ingredienzien für einen Grillabend zu beschaffen.



Als das Auto schließlich sauber und wir alle durchnässt waren, ging es in einem streifenfrei glänzenden Mercedes zum Einkaufen. Dabei wurde auch diesmal nicht versäumt, das Auto in einem Sicherheitsabstand von 8 m (8,7 Yard) zu den herumstreunernden und potentiell gefährlichen, weil kratzerverursachenden, Einkaufswagen abzustellen. Der sicher geparkte Wagen wurde mit Wurscht, Burgern, New Jersey Sweetcorn, Shrimps und Alibi-Salat gefüllt und nach einem Abstecher zu Joe Canal's Discount Liquor ging es nach Haus, um das Projekt Grillabend zu einem befriedigenden Abschluss zu bringen.

Es gab Wein:



Aber einige beschränkten sich auf Wasser:



Es gab einen Grillmeister (derjenige mit dem klaren Kopf):



Chicks:



Und ein Feuer, welches zum Reminiszieren verleitete:



The End.

8 July 2010

Postkarte


Liebe Doktorand/Innen,

denjenigen unter Euch, die gerade eine schwere Zeit durchmachen (mal abgesehen von den ersten zwei Wochen - gibt es eigentlich auch nicht-schwere Zeiten während der Promotion?), sei zur Motivation gesagt:
Postdoc ist wie Urlaub!

Diese gewagt erscheinende These kann ich wie folgt untermauern:

1. Forschen macht wieder Spaß - demnach hab ich den ganzen Tag Spaß.

2. Ich bin so braungebrannt wie seit meiner Kindheit nicht mehr.

3. In den letzten drei Wochen war ich dreimal am Strand.

4. Ich gehe mindestens viermal in der Woche auswärts essen.

5. Ich trage seit Monaten fast ausschließlich Flip-Flops an den Füßen (Fußsicherheit im Lab hat hier eine geringe Priorität).

6. Manchmal gehe ich nur zur Arbeit, weil es dort klimatisiert ist .

Ok, Punkt 6 ist gelogen, natürlich gehe ich gerne ins Lab, siehe Punkt 1. Mir geht es gut, wie geht es euch? Das Wetter ist schön, aber ein bisschen heiß. Schöne Grüße aus dem sonnigen Princeton,

Eure Maike

Eieiei...

...ja ist denn schon Juli? Das fragte ich mich vor wenigen Tagen, als mich mein Landlord per Notiz an der Tür freundlich darauf hinwies, ihm doch die Miete bei Gelegenheit per Scheck unter der Tür durchzuschieben. Mein schlechtes Gewissen hielt sich jedoch in Grenzen, zumal er erst die Woche davor spontan den Zahlencode der Haustür geändert hatte, ohne die jeweiligen Mieter im Voraus darauf hinzuweisen. Dumm, wenn man in Eile und nicht im Besitz der Vermieter-Telefonnummer ist. Nun ja, als ich diese organisiert und ihn für amerikanische Verhältnisse ziemlich zur Sau gemacht hatte, war ich dann doch nicht zu spät dran - aber wer mich kennt, weiß, dass ich äußerst ungern unpünktlich bin.

Wobei ich beim Thema bin. Letzte Woche war ich bei Postdoc-Nick zum Barbecue eingeladen - und da wollte ich nicht zu spät zu meiner Mitfahrgelegenheit kommen. Der Name Postdoc-Nick mag seltsam anmuten, hilft aber bei der Unterscheidung von regular Nick, dem Grad-Studenten in meiner Gruppe, sowie von Jens' Landlord/Roommate Nick. Postdoc-Nick hatte die Gruppe zum Abschiedsgrillen eingeladen, da er nach einem halben Jahr in seine Heimat nach Frankreich zurückkehren sollte. Der amerikanische Grad-Student an sich ist nicht übermäßig sociable, daher trafen sich nur die vier Postdocs, welche alle aus Europa kommen, sowie eine chinesische Grad-Studentin und der Boss. Es gab von Postdoc-Nick selbst eingelegte Curry-Hähnchen-Teile, spicy Shrimps-Spieße, Salat, Burger, Bier, Scotch (extrem torfig - nix für unsern Dirk) und meine neuste Entdeckung: Chartreuse.
Von einer Handvoll auserwählter Kapuzinerkressemönche in Chartre handgebraut nach einem überlieferten, Jahrtausende alten Geheimrezept mit über 170 Kräutern, welches erst nach dem Ableben eines Mönchs weitergegeben wird. Wie auch immer, war lecker, das Zeug.

Es gab Lagerfeuer, Marshmallows, Hühner (nur zum Streicheln, die waren der Eier wegen selbstgezogen, aus Küken, welche per Post im Paket mit Löchern kamen - wider Erwarten haben alle acht überlebt) und ich hatte einen super Abend.